Zuviel Milch

Auch das Problem von zuviel Milch gibt es. Oder von einem zu starken Milchfluss.

Die Situation ist folgende:

Das Baby hat Hunger und möchte gestillt werden. Aber wenn es saugt, schiesst ihm die Milch so schnell in den Mund, dass es gar nicht schnell genug schlucken kann. Es verschluckt sich, die Milch quillt ihm aus Mund und Nase. Es weint vor Wut und Hunger.

Was kann die Frau tun?

Häufig antworten Paare in meinen Geburtsvorbereitungskursen, dass die Frau die Milch ja abpumpen könnte.  Dann käme die Milch nicht mehr mit so viel Druck.

Das ist eine sehr gute Idee und würde für den Moment auch helfen.

Aber! wenn abgepumpt wird, bekommt der Körper das Signal, noch mehr Milch zu produzieren. So käme beim nächsten mal noch mehr Milch.

Besser ist, die Milch auszustreichen. Bei so viel Milch und so einem starken Milchfluss, läuft die Milch fast automatisch. Die Milch kann entweder in einem Gefäss aufgefangen und als Reserve eingefroren werden oder die Milch wird unter der Dusche, über dem Waschbecken oder in ein Handtuch ausgestrichen.

Ausstreichen setzt nicht den Reiz, mehr Milch zu produzieren.

Geeignete Stillposition:

Aufrecht sitzend. Auch wenn das Baby noch sehr klein ist und noch lange nicht sitzen kann, könnt ihr es in aufrecht sitzender Position stillen. In dieser Position wird es sich weniger verschlucken als in der liegenden Wiegeposition.

Alternativ ist die flach liegende Position sehr gut geeignet. Das Kind liegt quer über der Brust, die Milch fliesst gegen die Schwerkraft und ist so für das Kind leichter zu bewältigen.

Weitere Massnahmen:

Salbei- und Pfefferminztee reduzieren die Milchmenge. Und zwar erheblich. Salbei noch stärker als Minze.In diesem Fall empfehle ich 1-2 Tassen Salbeitee zu trinken und abzuwarten, wie sich die Milchproduktion entwickelt.

Kühlung der Brust reduziert ebenfalls die Milchproduktion. Weisskohl- oder Kabisblätter, vom Mittelstrunk befreit und in den BH gelegt, wirken kühlend und ebenso entzündungshemmend. Allerdings würde ich nur zur Kühlung raten, wenn es nötig ist. Wenn die Massnahmen wie Ausstreichen, Stillposition verändern und Milchmenge reduzieren ausreichen, würde ich nicht noch mehr Zeit investieren.

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