Zu wenig Milch

Eine sehr typische Situation ist folgende:

Das Baby ist knapp zwei Wochen alt. Das Stillen hat sich gerade gut eingependelt, das Baby nimmt gut an Gewicht zu, die Hebamme hat ihre Besuche abgeschlossen, der Mann geht wieder arbeiten, der Alltag beginnt.

Und plötzlich weint das Baby ständig, ist unruhig, sucht, will alle 1-2 Stunden an die Brust. Die Frau ist beunruhigt und versteht nicht, wieso die Milch plötzlich nicht mehr reicht.

Sie ist verunsichert und weiss nicht was sie tun soll.

WAS IST LOS?

Das ist ein ganz klassischer Fall, den fast alle Frauen erleben werden.

Die Milch ist in gleicher Menge vorhanden wie am Vortag. Aber das Baby hat einen Satz gemacht und  an Gewicht zugelegt. Es braucht nun mehr Milch. Es gibt aber  nicht so schnell mehr Milch.

Deshalb fordert es häufigere Stillmahlzeiten ein und will bereits nach 1-2 Stunden wieder an die Brust, obwohl sich die Tage vorher ein 3 stündiger Rhythmus etabliert hatte.

WAS SOLL DIE FRAU MACHEN?

Das Kind nach dessen Bedarf stillen. Und das bedeutet, dass sie alle 1-2 Stunden stillt, wenn das Kind das möchte.

Das häufige Stillen bewirkt eine Steigerung des Prolaktins, dem Milchbildehormon. Der Körper lernt dadurch, dass der Appetit des Babys gewachsen ist und zukünftig wird mehr Milch produziert. Der Körper braucht eine Weile, bis er den Mehrbedarf des Babys an Milch angepasst hat.

Der alte Rhythmus von ca. 3 Stunden wird sich nach 1-3 Tagen wieder einstellen.

Bis zum nächsten Wachstumsschub des Babys!

Typische Wachstumsphasen des Babys, die einer Steigerung der Milchmenge bedürfen sind:

Häufig nach ca. 10-14 Tagem

Häufig nach 6 Wochen 

Häufig nach 10 Wochen

WAS WÄRE GUT GEMEINT, ABER SCHLECHT GEMACHT?

Verständlich und sicher lieb gemeint ist, wenn die Frau ihrem Kind sofort ein Schoppenfläschchen geben würde.

Das Baby wäre zufrieden und satt und würde nicht mehr so häufig an die Brust wollen.

Die Brust bekommt aber nicht das Signal, dass mehr Milch gebildet werden muss. Die Produktion bleibt auf dem vorherigen  Niveau, was nun aber nicht mehr ausreichend ist.

So bleibt die Differenz zwischen Ist und Soll bestehen. Die Frau wird immer häufiger ein Schoppenfläschchen geben, weil die Milch tatsächlich zu wenig ist.

ALTERNATIVE

Wenn man ein Schoppenfläschchen geben möchte, müsste man mit einer Pumpe den Reiz setzen, um die Prolaktinsekretion im Blut anzuheben, damit die Milchproduktion angeregt wird.

Zusätzlich hilfreich ist:

• Viel Hautkontakt mit dem Baby zu haben, da das ebenfalls die Hormonausschüttung erhöht und Stress bei Mutter und Kind reduziert.

Stress allgemein vermeiden, da Stresshormone eine Gefässverengung machen und damit die Milchbildung reduziert wird.

Selber genügend trinken: 2-3 Liter mindestens. Vor allem Wasser und Tee, wie z.B. Stilltee. Aber auch Malzbier und Rivella sagt man milchfördernde Wirkung nach.

Keinen Pfefferminz- und Salbeitee trinken, da diese Kräuter milchreduzierende Wirkung haben.

• Wer homöopathisch behandelt werden möchte, kann von Similasan Milchbidungsglobuli in der Apotheke kaufen. 7 Globuli zu jeder Stillmahlzeit unter die Zunge nehmen, auflösen lassen und 10 Minuten vorher und nachher nichts trinken.

Warme Wickel fördern die Durchblutung der Brust und regen so die Milchbildung an.

• Der Volksmund sagt, ein Gläschen Sekt soll die Milchbildung ebenfalls anregen. Beim Stillen gilt ja eigentlich die Empfehlung, gar keinen Alkohl zu trinken, da der Alkohol in die Milch geht. Es gibt Studien, die belegen, dass Alkohol die Produktion von Muttermilch sogar hemmt. Aber ich finde, wenn das Cüpli euch hilft, glücklich, beschwingt und entspannt zu werden, nach einem anstrengenden Tag mit einem heulenden Kind, dann würde ich in dem Fall dringend zu einem kleinen Glas raten. Stress reduziert nämlich auch die Milch. Den Rest der Flasche könnt ihr ja eurem Partner oder den helfenden Freundinnen überlassen.

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