Schmerzmittel bei der Geburt

Wehen sind starke Schmerzen. Und wenn man mit ihnen nicht mehr auf natürliche Weise klar kommt, braucht es auch entsprechend starke Schmerzmittel. Paracetamol, also z.B. Dafalgan, reicht da nicht aus.

In der Geburtshilfe braucht man dann Opioide. Das sind Medikamente, die in ihrer Wirkung dem Opium ähnlich sind und an denselben Rezeptoren im Gehirn andocken.

Ein häufig genutztes Opioid ist Tramal. Das geben wir auf Wunsch der Frauen entweder als Tabletten, als Zäpfchen, Tropfen oder intravenös als kurze Infusion. Intravenös wirkt es am stärksten. Häufig geben wir das Tramal in Kombination mit Buscopan, einem sogenannten Spasmolytikum, welches aufgrund seiner krampflösenden Eigenschaften ebenfalls schmerzlindernd wirkt und zudem den Muttermund weicher macht.

 

Tramal oder Tramal/Buscopan wirken mäßig schmerzlindernd. Ein guter Einsatzzeitpunkt ist meiner Erfahrung nach die frühe bis späte Eröffnungsphase.

Die Wirkung der intravenösen Gabe setzt ca. nach 15 Minuten ein und hält je nach Frau für 2-3 Stunden an. Man kann die Gabe 1-2 Mal wiederholen. Es muss aber sicher gestellt sein, dass das Kind nicht innerhalb der nächsten Stunde auf die Welt kommt, damit das Medikament ausreichend abgebaut ist.

 

Alle Opioide können Übelkeit und Erbrechen verursachen, was beim Tramal häufig vorkommt, deshalb geben wir der Infusion manchmal ein sogenanntes Antiemetikum, ein Mittel gegen Übelkeit, dazu.

Opioide können immer den Atemantrieb herabsetzen. Da das Medikament ins Blut und darüber auch zum Kind geht, kann das Kind theoretisch Atemprobleme haben. Wenn man aber die Zeit von einer Stunde bis zur Geburt einhält, passiert das nicht.

Tramal ist ein Mittel, das wir häufig geben und noch nie habe ich erlebt, dass ein Kind aufgrund des Tramals eine Atemdepression hatte.

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