PCA oder „Happy Button“

WAS IST DIE ‚PCA-PUMPE‘ ODER AUCH ‚HAPPY BUTTON‘?

PCA steht für Patient-Controlled Analgesia, also patientengesteuerte Schmerzpumpe.

Die Pumpe wird direkt an den venösen Zugang angeschlossen. Das verwendete Opioid, Ultiva, hat sehr spezielle Eigenschaften: es wirkt blitzschnell innerhalb von 30 Sekunden, es ist sehr stark wirksam und es verliert sowohl seine Wirkung wie auch seine Nebenwirkung bereits nach 3 Minuten wieder.

 

DURCHFÜHRUNG

Bei dieser Methode bekommt ihr Frauen einen Druckknopf, den „happy button“, der bei jedem Knopfdruck eine kleine Menge dieses sehr starken Opioids in ihre Vene infundiert. Ihr selber bestimmt, wann Ihr das nächste mal auf den Knopf drückt. Es ist zur Sicherheit eine Sperrzeit von 2 Minuten programmiert, so dass Ihr euch nicht überdosieren könnt. Es ist wichtig, einen guten Rhythmus zu finden. Am besten drückt man ca. eine halbe Minute bevor die nächste Wehe kommt, um dann die volle Wirkung während der Wehe zu haben. Drückt man erst, wenn die Wehe bereits da ist, verpasst man die hauptsächliche Wirkung.

WIRKUNG

Ultiva wirkt schmerzlindernd (analgetisch), beruhigend (sedierend) und stimmungshebend (euphorisierend). Es wirkt stärker als die anderen Opioide, die wir in der Geburtshilfe geben.

Da das Medikament nach nur wenigen Minuten verstoffwechselt ist, kann man es bis kurz vor der Geburt des Babys einsetzen. 3 Minuten zwischen der letzten Medikamentengabe und der Geburt würden theoretisch ausreichen. Zur Sicherheit plant man aber mindestens 15 Minuten ein, damit das Baby nach der Geburt sicher keine Mühe mit der Atmung hat.

 

MÖGLICHE NEBENWIRKUNGEN

Neben Übelkeit, Schwindel und Schläfrigkeit ist die sogenannte Atemdepression eine mögliche Nebenwirkung. Atemdepression bedeutet, dass der Atemantrieb gehemmt wird, wodurch es zum Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut kommt. Deshalb kontrollieren wir die Sauerstoffsättigung mit einer kleinen Sonde am Finger.



MEIN PERSÖNLICHES FAZIT ZUR PCA

Ich persönlich habe als Hebamme gemischte Erfahrungen mit der PCA gemacht. Allerdings auch noch nicht so viele wie mit Lachgas oder PDA, da die Methode bei uns noch relativ neu ist. Einige Frauen sind zufrieden, anderen reicht die Reduzierung des Schmerzes nicht aus und sie wechseln auf eine PDA.

 

PCA IM VERGLEICH ZUR PDA

Anders als die PDA seid Ihr Frauen weniger in eurer Mobilität eingeschränkt. Ihr könnt weiterhin laufen, auf die Toilette gehen und seid frei in der Wahl eurer Geburtsposition.

Es ist weit weniger technisch als die PDA. Blutdruck und Sauerstoffsättigung müssen aber trotzdem überwacht werden.

Im Unterschied zur PDA spürt man als Frau aber immer noch jede Wehe und u.U. auch noch als relativ starken Schmerz. Will man eine maximale Schmerzreduktion, ist die PDA die effektivere Methode. Wenn es aber darum geht, den Schmerz ein wenig zu reduzieren, ist die PCA eine gute Möglichkeit. Während Frauen mit PDA manchmal den Pressdrang nicht mehr spüren und dadurch die Rate an Vakuumentbindungen (Saugglocke) erhöht ist, passiert das mit der PCA nicht!

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