Mastitis oder Brustdrüsenentzündung

Ein unbehandelter Milchstau kann u.U. eine Mastitis, eine Brustdrüsenentzündung, werden.

Aber auch wunde Brustwarzen können eine Ursache sein, dass Keime, wie Staphylokokken, in die Brust eindringen und in der Brust eine Entzündung verursachen.

Zu den Symptomen des Staus kommen noch Fieber, Grippesymptome und ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzu.

Die Brust ist stellenweise gerötet, überwärmt, geschwollen und schmerzempfindlich.

Was ist zu tun?

Im Grunde genau das selbe wie bei einem Milchstau:

Warme Wickel vor dem Stillen

Massage zur Förderung des Milchspendereflex.

• Stillen an der betroffenen Seite zuerst. Oder die Milch abpumpen, das ist eventuell weniger schmerzhaft.

• Stillposition so wählen, dass der Unterkiefer des Babys zur entzündeten Stelle zeigt.

• Das Baby darf trotz Fieber der Mutter und trotz Brustentzündung die Milch trinken.

• Wenn das Kind die Brust verweigert, weil die Milch verändert schmeckt oder das Kind irritiert ist, weil die Milch wärmer als üblich ist, muss die Brust leer gepumpt werden.

• Nach dem Stillen die Brust für 15-20 Minuten kühlen. Evtl. Weisskohlblätter im BH  dauerhaft belassen.

Bettruhe einhalten! Hebamme oder Stillberaterin müssen hinzugezogen werden.

• Bei einer Mastitis fühlt man sich sehr krank. Wie bei einem grippalen Infekt. Frauen sind meist nicht mehr in der Lage, sich um das Baby zu kümmern. Es braucht gute Unterstützung durch das Umfeld, bis die Entzündung wieder abgeklungen ist.

• Wenn nach 24 Stunden die Symptome nicht bessern, braucht es Antibiotika. Es gibt stillverträgliche Antibiotika. Ein Abstillen ist deshalb nicht notwendig.

• Neben der Hebamme oder Stillberaterin sind die Notfallaufnahmen der Frauenkliniken eine gute Anlaufstation, da dort Personal mit Stillerfahrung vorhanden ist. Eure niedergelassenen Ärzte sind oft schon lange nicht mehr auf einer Stillfortbildung gewesen und raten gelegentlich noch zum Abstillen, obwohl das nicht nötig ist.

• Die Gefahr bei einer Brustdrüsenentzündung ist, dass sich die Entzündung zu einem Abszess abkapselt. So ein Abszess ist dann nicht mehr durch Pumpen oder Stillen zu entleeren. Er muss dann entweder operativ, chirurgisch entfernt werden oder bei kleineren Abszessen durch eine Spritze von Aussen punktiert und entleert werden. Meistens braucht es mehrere solcher Behandlungen. Selbst bei so einer invasiven Behandlung muss nicht abgestillt werden, aber häufig verlieren die Frauen bei einer Mastitis die Lust zum Stillen.

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