Kaiserschnitt

KAISERSCHNITT/SECTIO

Wenn die Bedingungen für eine Geburtsbeendigung durch die Saugglocke oder die Zange nicht erfüllt sind, bleibt nur die Möglichkeit einen Kaiserschnittzu machen.

Je nach geburtshilflicher Situation läuft dieser etwas unterschiedlich ab. Ich skizziere hier die gängigen Situationen.

ZÜGIGER KAISERSCHNITT IN TEILNARKOSE, SECTIO STUFE 2

Nehmen wir das Beispiel, dass die Herztöne des Babys so sind, dass wir befürchten, dass das Baby zunehmend gestresst von der Geburt ist. Wir wollen die Geburt deshalb zügig beenden. Ein Notfallkaiserschnitt ist aber nicht nötig.

Eine Saugglocke ist nicht möglich, da der Muttermund erst 8 cm geöffnet ist.

Bei uns im Spital, beschliesst eine Oberärztin/ ein Oberarzt dann einen Kaiserschnitt der Stufe 2. Ein grosser Teil der Kaiserschnitte, die aus dem Geburtsverlauf heraus entstehen, sind Stufe 2 Kaiserschnitte.

Das ist bei uns so definiert, dass die Operation

• in Teilnarkose stattfindet. Entweder in PDA, falls bereits vorhanden oder es wird eine Spinalanästhesie gelegt.

• die Operation in 30 Minuten beginnt

• der Mann oder eine andere Begleitperson zur Unterstützung der Frau mit in den OP darf

Die Vorbereitung im Gebärsaal läuft folgendermassen ab:

• Die Hebamme hilft der Frau ein OP-Nachthemd und Antithrombosestrümpfe anzuziehen.

• Es wird eine Infusion angehängt, die den Kreislauf mit Flüssigkeit unterstützen soll.

• Das CTG wird bis kurz vor Beginn der Operation kontinuierlich weiter kontrolliert.

• Die Frau bekommt ein magensäurehemmendes Medikament, für den Fall, dass es spontan doch eine Vollnarkose geben sollte. Dieses Medikament wird getrunken. Ansonsten darf vor der OP nichts mehr gegessen und getrunken werden.

Schmuck und Piercings sollten nach Möglichkeit abgenommen werden.

Die Gynäkologen klären über die Operationstechnik und mögliche Risiken auf.

Die Risiken sind:

Umliegende Organe wie Blase, Harnröhre und Harnleiter und Darm können verletzt werden.

• Der Blutverlust ist bei einem Kaiserschnitt erhöht.

• Infektionen.

Wundheilungsstörungen und Thrombosen sind selten, aber gegenüber einer normalen Geburt erhöht.

• Eine nachfolgende Geburt ist auf normalem Weg möglich, aber aufgrund der Narbe mit leicht erhöhtem Risiko

• Sehr selten kann es zu Schnittverletzungen des Babys kommen

• Die Babys haben nach einem Kaiserschnitt häufiger Mühe mit der Atmung als nach einer normalen Geburt. Dieses Risiko kann man aber vernachlässigen. Schliesslich ist ja die Indikation für den Kaiserschnitt, dass man annimmt, das eine normale Geburt das Baby mehr stressen würde als der Kaiserschnitt.

Die Anästhesisten erklären ihre Narkose, für die sie sich entschieden haben und klären über diese Risiken auf.

Durchführung Kaiserschnitt

Wir bringen die Frau dann in den OP Saal. Der OP Tisch wird in leicht linker Seitenlage gelagert, weil einige Frauen nicht gerne auf dem Rücken liegen, weil sie dort ein VENA CAVA SYNDROM bekommen.

Wenn die Frau eine gut funktionierende PDA hat, kann die zur Operation genutzt werden. Ansonsten wird eine Spinalanästhesie gelegt. [eine Spinalanästhesie wird ähnlich wie eine PDA gelegt. Es wird auf gleicher Höhe der Lendenwirbelsäule gestochen. Die Frau muss ebenfalls einen runden Rücken machen, damit sich die Dornfortsätze der Wirbel öffnen.

Im Unterschied zur PDA wird eine sehr feine, dünne Nadel benutzt. Die Nadel geht zunächst auch in den Periduralraum, den man bei der PDA punktiert. Dann schieben die Anästhesisten die Nadel aber noch ein bisschen weiter. Sie überwinden die Dura mater, die harte Hirnhaut, wo sie dann das Schmerzmittel injizieren. Die Nadel wird entfernt. Es bleibt kein Katheter im Rücken wie bei der PDA, deshalb ist die Nadel auch so dünn.

Die Beine werden rasch komplett unbeweglich. Berührungen werden während der OP immer noch wahrgenommen, Schmerz jedoch nicht. Die Wirkung lässt nach der OP zumeist innerhalb der nächsten 3 Stunden nach.

Im OP wird ein Dauerkatheter in die Harnblase gelegt. Das ist wichtig, damit die Blase während der OP leer ist und sich nicht in das OP-Feld drängt. Der Blasenkatheter wird in aller Regel nach der ersten Nacht entfernt.

Die Schamhaare werden rasiert, da der Schnitt direkt in der Schamhaargrenze durchgeführt wird.

Die Haut auf dem Bauch und dem OP-Gebiet wird desinfiziert, damit keine Keime in die Wunde gelangen können.

Dann wird der Körper mit sterilen Tüchern abgedeckt. Nur das OP-Feld bleibt frei.

Ein grosses Tuch wird vor der Brust wie ein Vorhang gespannt, so dass weder die Frau noch der Mann die Operateure und die Operation sehen kann.

Was macht der Mann bei einer Sectio?

Der Mann ist, während seine Frau im OP vorbereitet wird, im Gebärsaal. Es dauert ca. 20-25 Minuten, bis er abgeholt wird. In der Zeit kann er sich in Ruhe die OP-Kleider, Hose, Oberteil, Schuhe, Haube und Mundschutz anziehen.

Wenn alles im OP parat ist, wird der Mann dazu geholt. Er kann am Kopfende neben seiner Frau sitzen.

Nach der Geburt des Babys kann der Mann entweder weiter bei seiner Frau bleiben oder mit der Hebamme mitgehen und schauen, wie es dem Kind geht.

Dann beginnt die OP. Es wird ein 14 cm langer Schnitt in der Schamhaargrenze geschnitten. Von diesem Schnitt bis zur Entwicklung des Babys dauert es meistens nicht mehr als 2-4 Minuten. Bei einem Notfallkaiserschnitt geht es sogar noch schneller.

Die Haut und das drunter liegende Fettgewebe werden geschnitten. Die Bauchmuskeln werden nicht durchtrennt, sondern in der Mitte auseinandergeschoben. Dann sieht man schon die grosse Gebärmutter unter dem Bauchfell. Die Gebärmuttermuskulatur wird mit dem Skalpell eröffnet. Das Skalpell wird dabei aber so wenig wie möglich gebraucht, denn es ist für das Gewebe schonender, wenn es mehr gedehnt und gerissen wird. So werden weniger Nerven und Blutgefässe verletzt. Die Heilung verläuft besser, komplikationsärmer und mit weniger Schmerzen.

Durch den Schnitt sieht man dann die Fruchtblase, durch die das Fruchtwasser und das Baby sichtbar sind. Die Fruchtblase wird ebenfalls eröffnet, das Fruchtwasser fliesst ab. Das Kind wird mit der Hand am Kopf gefasst und durch den Schnitt in der Gebärmutter geholt. Gelegentlich muss der Kopf mit einer Saugglocke aus dem Schnitt geboren werden, bevor man das Baby dann komplett entwickeln kann. Die Frau kann und muss nicht mitpressen. Die Geburt geschieht durch Zug am kindlichen Kopf und Druck auf den Bauch der assistierenden Ärztin.

Das Baby wird auf dem Bauch der Mutter abgenabelt und der Hebamme übergeben.

Je nach Situation wird das Baby erst einmal den Eltern gezeigt oder wenn es etwas Unterstützung braucht, unter eine Wärmelampe gelegt und beobachtet. Einigen Kindern muss man das Fruchtwasser absaugen, selten muss man den Kindern zusätzlich Sauerstoff geben. Um zu beschreiben, wie es dem Baby geht, erheben wir Hebammen wie nach einer normalen Geburt den Apgar Test.

[Apgar Score, nach der US-amerikanischen Anästhesistin Virginia Apgar benannt, die diesen weltweit angewendeten Test 1952 entwickelt hat. Es werden 5 Kriterien bewertet, die beschreiben, wie es dem Kind geht. Diese Untersuchung wird nach 1 Minute, nach 5 und nach 10 Minutendurchgeführt. Es werden für jedes dieser 5 Kriterien entweder maximal 2 Punkte vergeben, bei Einschränkungen wird nur 1 Punkt und bei Nichtvorhandensein eines Merkmals 0 Punkte vergeben. So erhält jedes Kind 3 Werte. Ganz normal ist ein Apgar Wert von 8/9/10 oder 7/8/9, 9/9/9…. Fast immer zieht man Kindern direkt nach der Geburt einen Punkt für die leicht bläuliche Hautfarbe ab. Auch eine noch nicht ganz regelmässige Atmung oder ein etwas schlapper Muskeltonus sind oft Gründe, warum wir Kindern einen Punkt abziehen. In aller Regel erholen die Kinder sich sehr schnell, was sich an der steigenden Punktzahl im Apgar Test spiegelt.

Die 5 Kriterien sind: Atmung, Herzfrequenz, Muskelspannung, Reflexauslösbarkeit, Hautfarbe.

Neben dem Apgar-Wert wird aus einem Stück Nabelschnur Blut entnommen und eine Blutgasanalyse gemacht. Es wird der pH-Wert des Blutes und verschiedene Blutgase wie Sauerstoff, Kohlendioxid und der Säure-Basenhaushalt gemessen. Der pH-Wert sollte über 7,20 sein. Anhand dieser Werte kann man rückschliessen, wie ein Kind während der Geburt versorgt gewesen ist. Sind die Werte auffällig, werden sie durch eine Blutentnahme aus der Ferse des Babys im Verlauf kontrolliert, um zu sehen, dass das Kind die Werte durch seine Atmung normalisiert hat.

Meistens warten wir den 2. Apgar Wert noch ab, ehe wir das Baby dann zur Mutter in den OP bringen, wo es gut zugedeckt bis zum Ende der Geburt bleiben kann.

Der Vater kann bei der Bestimmung des Apgar Tests gerne zuschauen.

Die Plazenta wird direkt nach der Geburt des Kindes mit der Hand abgelöst und geholt.

Das Versorgen der einzelnen Schichten nach der Entwicklung des Kindes dauert ca. 30-45 Minuten. Die Frau kommt nach der OP in ein weiches Stationsbett und dann zurück in den Gebärsaal. Dort wird engmaschig der Blutdruck, Puls und die vaginale Blutung für ca. 2-4 Stunden überwacht. Das Stillen klappt „fast“ gleich gut. Es ist etwas erschwert durch die eingeschränkte Mobilität der Frau.

KAISERSCHNITT DER STUFE 3, LANGSAMER KAISERSCHNITT

Die andere grosse Gruppe an Kaiserschnitten, die aus dem Geburtsverlauf heraus entstehen, sind Stufe 3 Kaiserschnitte.

Sie verlaufen genau gleich wie der oben beschriebene Stufe 2 Kaiserschnitt.

Der einzige Unterschied ist, dass die Zeit, bis zum Start der Operation mit einer Stunde definiert ist.

Alle Vorbereitungen und Aufklärungen sind genau gleich, werden aber alle etwas langsamer und entspannt durchgeführt.

Der Partner kann genauso mit in den OP, die Narkose ist genau wie bei der Stufe 2 entweder eine PDA oder eine Spinalanästhesie.

Gründe für den Kaiserschnitt der Stufe 3

Der Grund für den Kaiserschnitt der Stufe 3 ist eigentlich immer ein Geburtsstillstand. Es geht nicht weiter, dem Baby geht es aber gut; das CTG zeigt keine Auffälligkeiten. Deshalb ist gar keine Eile geboten.

Ablauf des Stufe 3 Kaiserschnitts

Identisch mit dem Ablauf des Stufe 2 Kaiserschnitts. Einziger Unterschied ist die Zeitspanne von 60 Minuten zwischen Entscheidung und Entbindung (die sogenannte E-E-Zeit).

Was ist ein Geburtsstillstand?

• Der Muttermund eröffnet sich nicht weiter (seltener!)

• Der Kopf tritt nicht tiefer in das Becken (häufiger!)

Bei vielen Geburten gibt es die Situation, dass es bei 2 vaginalen Untersuchungen im Abstand von 2 Stunden keine Veränderung gegeben hat. Das ist für die Frauen natürlich enttäuschend, weil sie das Gefühl haben, die Zeit umsonst die Wehen verarbeitet zu haben. Im Normalfall wird das aber kompensiert, dass es dann auch wieder einen Sprung im Geburtsverlauf gibt.

Bei einem Geburtstillstand bleibt der Befund über mindestens 3 Stunden immer derselbe.

Gründe für den Geburtsstillstand

• Eine Wehenschwäche

• Eine Fehleinstellung des kindlichen Köpfchens, evtl. ein →Sternengucker

• Ein Kopf-Beckenmissverhältnis [Kopf-Beckenmissverhältnis: relativ oder absolut. Relativ: so wie das Kind sein Köpfchen hält, passt es nicht durch das Becken. Absolut: egal wie das Baby sein Köpfchen hält, es ist zu gross für das Becken.]

Therapie des Geburtsstillstands

Je nachdem, was die Ursache des Stillstands ist, versucht man das Problem zu beheben.

Immer aber versuchen wir durch

• Änderung der Gebärpostition, durch Beckenkreisen, Beckenkippen, Vierfüssler oder stehende Positionen, das Tiefertreten des Köpfchens oder die Lageänderung des Babys zu fördern. Die Geburt ist –mechanisch betrachtet- eine Herausforderung: ein relativ grosser Kopf im Verhältnis zu einem relativ kleinen Becken. Als wollte man einen engen Ring vom Finger streifen, helfen auch bei der Geburt, drehende und kreisende Bewegungen.

• Lösen von Verspannungen durch Massagen oder Bäder, aber auch Medikamente. Manchmal empfehlen wir in so einem Fall die PDA, um durch die daraus resultierende Entspannung mehr Platz zu bekommen.

Verstärken der Wehen bei einer Wehenschwäche durch Bauchmassage, evtl. Homöopathie oder Akupunktur, als letzte Möglichkeit durch eine wehenanregende Infusion mit Oxytocin

Lässt sich der Geburtsstillstand trotz aller Bemühungen nicht überwinden, bleibt letztlich nur die operative Geburtsbeendigung.

Wenn man keine Saugglocke machen kann, weil das Köpfchen noch zu hoch im Becken oder der Muttermund noch nicht ganz geöffnet ist, bleibt nur der Kaiserschnitt der Stufe 3.

NOTFALLKAISERSCHNITT IN VOLLNARKOSE, STUFE 1

Nur in sehr seltenen Fällen ist in der Geburtshilfe ein Notfallkaiserschnitt nötig. Notfallkaiserschnitt heisst, dass z.B. das CTG eindeutig eine Situation anzeigt, in der das Baby tatsächlich gefährdet ist, wenn es nicht schnell geboren wird.

Wird schnell gehandelt, geht es den meisten Babys nach so einem Kaiserschnitt sehr gut! Die wenigsten brauchen eine intensive Betreuung in Form von Sauerstoff o.ä.!

Ein solcher Fall ist gegeben, wenn die Herztöne sich plötzlich auf zum Beispiel 70 Schläge pro Minute verlangsamen und sich nicht innerhalb von ca. 5-10 Minuten erholen.

Dann trifft eine Oberärztin/Oberarzt die Entscheidung zu einem Kaiserschnitt in Vollnarkose.

Durchführung

Es wird ein Alarm ausgelöst, der an alle benötigten Personen geht: an die Gynäkologen und alle Hebammen, die Anästhesisten, die OP-Leute und bei uns im Haus die Kinderärzte.

In kürzester Zeit sind alle da und auf ihrem Platz.

Die Frau wird schnell in den OP verlegt und auf dem OP-Tisch gelagert. Wie bei Stufe 2 und 3 wird auch ein Blasenkatheter gelegt und die Haut desinfiziert.

Alles geschieht aber so schnell wie möglich. Zeit für Erklärungen hat in dem Moment niemand. Umso wichtiger sind Gespräche zur Aufarbeitung hinterher!

Die schnellste Narkoseart ist die Vollnarkose, in der die Frau tief schläft.

Von Beginn der OP, also vom Hautschnitt bis zur Kindsentwicklung dauert es kaum mehr als eine Minute!

Das Ziel ist, die sogenannte Entscheidungs-Entbindungszeit so kurz wie möglich zu halten, damit das Baby schnellstmöglich auf der Welt ist. Je nach Spital sind diese Zeiten sehr kurz. Bei uns vergehen kaum mehr als 10-15 Minuten. Diese Zeit ist so kurz, dass ein gesundes Baby diese kritische Zeit in der Regel gesund und munter übersteht. Selten, dass ein Kind Sauerstoff braucht oder sogar reanimiert werden muss. Und extrem selten, dass ein Kind wirklich einen bleibenden Schaden aufgrund einer Sauerstoffuntervoersorgung während der Geburt davon trägt.

Fast immer gilt: Ende gut, alles gut.

In den meisten Fällen geht so eine aufregende Situation sehr friedlich aus: der Vater übernimmt das erste Kuscheln mit dem Baby, da die Frau noch im OP ist.

Das nackte Baby wird dem Vater auf die nackte Brust gelegt. Beide werden mit warmen Tüchern zugedeckt und dürfen sich nach dem turbulenten Start erholen.

Die Frau kommt nach dem Ende der OP in das Gebärzimmer. Es dauert meistens eine halbe Stunde, bis die Frau nach der Vollnarkose ganz wach ist und anfangen kann, das Baby zu bestaunen.

Bei einem Notfallkaiserschnitt kann der Mann nicht mit in den OP!

Gründe für einen Notfallkaiserschnitt

Ein Nofallkaiserschnitt kommt in ca. 1 % der Geburten vor. Es gibt sowohl kindliche Gründe, als auch mütterliche. Eine Ablösung der Plazenta während der Geburt kann zum Beispiel so einen Notfall auslösen.

Ich möchte gar nicht weiter auf Gründe und Ursachen eingehen.

Mir war die Beschreibung eines Notfallkaiserschnitts wichtig, um zu zeigen, wie so eine seltene Situation abläuft. Und wieso es fast immer glücklich und gut ausgeht.

Ich hoffe, es ist mir gelungen, Euch ein wenig die Angst zu nehmen!

Solltet ihr in so eine Situation geraten, dann hoffe ich, dass ihr Euch sicherer fühlt.

GEPLANTER KAISERSCHNITT

Ein geplanter Kaiserschnitt läuft im Prinzip so ab, wie bei Stufe 2 und 3 beschrieben.

Nur, dass er schon lange im voraus geplant ist.

Meistens wird der Termin 1-2 Wochen vor dem errechneten Termin geplant. Die Kinder sind dann reif, kindliche Anpassungsstörungen sind selten.

Die meisten Spitäler machen die Eintrittsuntersuchung einen Tag vorher. Dort wird dann

• eine Blutentnahme für die OP gemacht

• eine reguläre Schwangerschaftskontrolle durchgeführt

• ein Aufklärungsgespräch durch die Gynäkologen über die Operation geführt

• ein Aufklärungsgespräch durch die Anästhesisten über die Narkose geführt

• ein Gespräch mit der Hebamme über den Ablauf des Tages geführt

Bei einigen Spitälern übernachtet man bereits in der Nacht vor dem Kaiserschnitt. Bei uns tritt man erst am OP-Tag ein.

Wichtig ist, dass ihr Frauen mindestens 6 Stunden nüchtern sein müsst. Über die genauen Zeiten klären die Anästhesisten auf.

Was am Tag der OP passiert

• Bei uns kommen die Frauen vor der OP in die Gebärabteilung. Sie bekommen in einem Gebärsaal ein weiches Stationsbett.

• Die Frau zieht sich ein OP-Nachthemd und Antithrombosestrümpfe an.

• Die Hebamme kontrolliert mit dem CTG für 30 Minuten die kindlichen Herztöne

• Es wird ein venöser Zugang gelegt und eine Infusion mit Flüssigkeit angehängt

Die Frau wird ca. 30 Minuten vor Beginn der Operation in den OP-Saal verlegt und wie bei dem Stufe 2 Kaiserschnitt beschrieben, weiter vorbereitet.

Es wird ein Spinalanästhesie im Rücken gemacht, ein Dauerkatheter in die Harnblase gelegt, der Bauch desinfiziert und abgedeckt.

Kurz vor Beginn der Operation wird der Mann dazu geholt. Er hat ca. 30 Minuten im Gebärzimmer gewartet und sich die OP-Kleider angezogen.

Die OP dauert wie bereits beschrieben ca. 45 Minuten.

Nach der OP geht die Familie zurück in das Gebärzimmer, wo die Frau stillen und kuscheln kann, bevor das Kind untersucht, gemessen, gewogen und angezogen wird.

Die Blutung aus der Gebärmutter und der Kreislauf der Frau werden in den ersten Stunden regelmässig überwacht.

Nach ca. 2-4 Stunden werden Mutter und Kind auf die Wochenbettabteilung verlegt.

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