Hämorrhoiden

Die Bezeichnung Hämorrhoiden ist eigentlich falsch. Meistens handelt es sich in der Schwangerschaft um „Perianalthrombosen“. Echte Hämorrhoiden sind in der Schwangerschaft nicht vermehrt. Perianalthrombosen dagegen schon.

 

Wie entstehen Perianalthrombosen?    

 

Die Entstehung von „Hämorrhoiden“ bzw. Perianalthrombosen ist ähnlich wie bei Krampfadern: durch den Druck des Kindes auf das Gefässsystem, die Tonusverminderung der Gefässwände, sacken die Venenwände um den Anus herum aus. Es kann zu schmerzhaften Blutgerinnseln kommen.

 

Typisch für Perianalthrombosen ist der Schmerz bedingt durch die Blutgerinnsel.

 

Typisch für Hämorrhoiden ist ein sehr unangenehmer Juckreiz bedingt durch Hautirritationen durch starke Schleimbildung.

 

Was hilft bei Hämorrrhoiden und Perianalthrombosen?

 

• Gegen Schmerzen gibt es Zäpfchen mit Schmerzmitteln

 

• Bei Juckreiz helfen  fetthaltige Salben, die einen adstringierenden= zusammenziehenden Effekt haben

 

• Wichtig ist eine gute Analhygiene mit klarem Wasser nach dem Stuhlgang. Eigentlich ist Wasser überhaupt viel besser als WC Papier, was sich in dem Fall wie Schmirgelpapier anfühlt. Im Notfall hilft die Dusche.

 

• Möglichst wenig Pressen auf dem WC

 

• Weicher Stuhlgang durch ballaststoffreiche Ernährung (z.B. Weizenkleie, geschrotetem und eingeweichtem Leinsamen, Vollkornprodukte in Kombination mit mindestens 2 Litern Wasser oder Tee)

 

• Bei hartem Stuhlgang hilft mehr Magnesium einzunehmen

 

Sagt unbedingt bei der Geburt Eurer Hebamme Bescheid. Sie legt Euch dann in der Pressphase der Geburt kühlende Auflagen gegen den Anus, damit sich die Hämorrhoiden nicht so verschlimmern.

 

Operiert werden Hämorrhoiden und Analthrombosen in der Schwangerschaft nur sehr ungern. Die beste Therapie ist die Geburt des Babys. In den Wochen danach bilden sich die Beschwerden meist von alleine komplett oder zumindest deutlich zurück. Und das Gefässgeflecht um den Anus dient der Sicherung der Kontinenz, also der Stuhlregulierung. Da ist man mit Operationen in der Schwangerschaft sehr zurückhaltend.

Zum Trost: schon berühmte Menschen haben wegweisend unter ihren Hämorrhoiden zu Leiden gehabt:

Angeblich hat – laut Wikipedia – Napoleon Bonaparte die Schlacht bei Waterloo unter anderem deshalb verloren, weil er unter thromboisierten Hämorrhoiden gelitten hat und sich kaum auf seinem Pferd halten konnte.

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