Die richtige Technik

Die richtige Technik beim Ansetzen des Babys ist extrem wichtig.

Ihr müsst Euch am Anfang Eurer Elternschaft noch nicht mit vielen Erziehungsfragen herumplagen, aber bei der Ansetztechnik müsst Ihr doch ziemlich strikt auf die Einhaltung folgender Regeln beharren:

• Das Baby muss seinen Mund weit aufmachen

• Es muss die ganze Brustwarze und den Warzenhof umfassen

• Die Lippen sind nach aussen geschürzt. Wie ein Fischmund.

• Die Zunge ist unter der Brustwarze und streicht die Milch mit „melkenden“ Bewegungen aus

Einschub: Warum das Baby genauso saugen muss

Wenn das Kind auf diese Weise saugt, streicht es mit der Zunge über viele Rezeptoren entlang der Brustwarze.
So werden die Hormone Prolaktin und Oxytocin freigesetzt. Das Prolaktin sorgt für die Milchbildung, das Oxytocin für den Milchfluss.
Trinkt das Kind korrekt, wird also viel Milch gebildet und die Milch fliesst gut.
Trinkt das Kind falsch – hat nur die Brustwarze im Mund – werden die Rezeptoren nicht optimal stimuliert. Es werden viel weniger Hormone ausgeschüttet. Dadurch wird weniger Milch gebildet und der Milchfluss ist erheblich schlechter. Zudem werden die empfindlichen Brustwarzen in kurzer Zeit zwischen den Kiefernleisten wund gerieben.
Bei  korrekter Stilltechnik sind die Brustwarzen in der Mundhöhle des Babys und werden nicht gereizt.
Aber auch Ihr Mütter müsst einiges beachten, damit es gut funktioniert:

• Ihr müsst Euer Kind so lagern, dass es direkt mit dem Mund vor eurer Brustwarze liegt. Es liegt auf der Seite, Bauch an Bauch mit euch. Es soll sein Köpfchen nicht drehen, strecken oder beugen müssen.

• Als Merksatz gilt: „Ohr-Schulter-Hüfte sind eine Linie.“ Um zu verstehen warum, versucht einmal zu schlucken, wenn ihr nach oben, nach unten oder zu einer Seite schaut- deshalb!

• Benutzt so viele Kissen wie es braucht, damit Ihr und das Baby bequem sitzt. Das ist wichtig, da das Kind sonst von der Brust abrutscht und plötzlich nur noch die Spitze der Brustwarze im Mund hat.

• Zudem bekommt Ihr Verspannungen, wenn ihr stundenlang jeden Tag  in unbequemer Haltung stillt. Stillen muss so angenehm und bequem wie möglich sein, sonst ist es reine Pflicht und das fühlt sich nicht gut an.

• Nehmt das Köpfchen des Babys in eine Hand, so dass Ihr es führen könnt. Mit der anderen Hand formt ihr eure Brustwarze, so dass das Kind sie besser fassen kann. Dabei ein Stück hinter der Brustwarze anfassen, sonst kann das Kind nur die Spitze der Brustwarze greifen.

• Am besten streicht Ihr einen Tropfen Milch aus, so dass das Baby die Milch riecht und schmeckt. Dann klappt das Ansetzen besser.

• Streicht mit der Brustwarze über die Lippen des Babys. Das stimuliert das Kind, den Mund zu öffnen. Und dann- schwupps -zieht Ihr das Kind beherzt an die Brust. Wenn es nur die Spitze der Brustwarze zwischen den Kiefernleisten hat, müsst ihr es nochmal versuchen. Dazu öffnet Ihr dem Baby den Mund: ihr schiebt Euren kleinen Finger zwischen die Kiefer und „hebelt“ den Mund auf.

• Das Ansetzen kann in den ersten Tagen wegen der empfindlichen Brustwarzen schmerzhaft sein. 10 Sekunden nach dem Ansetzen sollte der Schmerz aber abklingen. Nach einigen Tagen ist das Ansetzen nicht mehr schmerzhaft.

Probiert es so lange, bis das Kind korrekt an der Brust ist.

Stillen lernen ist für Mutter und Kind vergleichbar mit Tanzen lernen. Am Anfang ist es holperig und man tritt sich gegenseitig auf die Füsse. Aber irgendwann geht es leicht, fliessend und wie von selbst.

Viele Frauen sind erstaunt und frustriert darüber, weil sie von den Schwierigkeiten noch nichts gehört haben.

Es braucht ein bisschen Motivation und Durchhaltewillen, um über die ersten Tage hinweg zu kommen.

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