Die Austreibungsphase

In der Austreibungsphase wird das Baby durch den Druck der Wehen langsam durch das Becken geschoben. Bis es auf der Welt ist.

Es muss dabei eine Wegstrecke von ca. 8 cm zurücklegen. So lang sind auch unsere Finger. Ihr könnt selber gegen Ende der Schwangerschaft das Köpfchen eures Babys im Beckeneingang durch die Scheide ertasten. Ein lustiges Gefühl! Probiert es aus!

Die Austreibungsphase dauert ca. 2-3 Stunden. Beim ersten Kind. Beim zweiten dauert es meistens weniger als 1 Stunde.

Die Babys machen eine drehende Bewegung, um sich den verschiedenen Formen des Beckens anzupassen.

Da das Becken in der Mitte eine enge Stelle hat, die die Babys überwinden müssen (die sogenannte Interspinallinie zwischen den knöchernden Strukturen der Spinae ischiadicae) machen die meisten Babys sich ganz klein. Sie nehmen ihr Kinn auf die Brust. Damit verringern sie ihren Kopfumfang von ca. 34 auf 32 cm. Wenn sie diese Engstelle im Becken passiert haben, ist klar, dass sie vaginal geboren werden. Deshalb freuen wir uns immer sehr, wenn dieser Meilenstein bei einer Geburt geschafft ist!

 

In der Austreibungsphase mag man nicht mehr Treppen steigen oder außerhalb des Gebärzimmers laufen gehen.

Viele Frauen sind in der Phase sehr erschöpft und wollen liegen. Andere sind weiter sehr aktiv und in aufrechten Positionen, wie z.B. dem Vierfüsslerstand. Frauen gebären sooo verschieden!

Auch in der Austreibungsphase könnt ihr zur Entspannung in die Gebärbadewanne gehen. Und wenn es euch gefällt, bleibt ihr für die Geburt gleich in der Wanne.

Wenn Ihr nur noch liegen mögt, dann sind Seitenlagen für die Geburt förderlicher als die Rückenlage! Bewegt immer mal wieder Euer Becken. Kippende und kreisende Bewegungen des Beckens, am besten während der Wehe, helfen dem Baby, leichter durch das Becken zu kommen. Wechselt alle halbe Stunde Eure Position. Und wenn es nur von der rechten zur linken Seite ist. Geburt ist keine Turnveranstaltung! Ihr müsst nicht sportlich sein, aber wenn die Wehen immer wieder einmal anders auf das Baby wirken, geht die Geburt schneller!

Es gibt Studien, die zeigen, dass aufrechte Positionen die Geburt beschleunigen. Ich möchte aber keinen zu hohen Erwartungsdruck erzeugen und damit den Boden für Frustrationen und Enttäuschungen legen. Noch einmal: seid intuitiv!

Einmal pro Stunde solltet ihr während der Geburt auf die Toilette gehen, um die Blase zu leeren, die sonst dem Baby den dringend benötigten Platz nimmt.

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