Alleine im Gebärzimmer

Ihr werdet als Paar von einer Hebamme betreut werden. Eure Hebamme hilft Euch, Euch im Gebärzimmer einzurichten und einen guten Umgang mit den Wehen zu finden. Es ist die Aufgabe von uns Hebammen, den Frauen bei der Atmung zu helfen, sie zu Positionenwechsel zu motivieren, ihnen eine Wärmflasche zu machen, die Hand zu halten, zu massieren und auf die oben beschriebene Weise zu unterstützen.

Aber als Hebamme im Spital betreut man manchmal mehr als nur eine Geburt. Deshalb seid Ihr als Paar immer auch mal eine Weile alleine. Das kann mal eine Viertel- oder auch eine Dreiviertel-Stunde sein. Dann kommt die Hebamme wieder und ist eine Weile bei Euch, hilft bei der Atmung, Massage, gibt Tipps, macht Vorschläge, führt die nötigen Untersuchungen aus…

Wenn man als Hebamme das Gefühl hat, dass das Paar wieder für eine Weile gut alleine klar kommt, geht man wieder.

Am Anfang der Geburt brauchen Paare weniger oft und lange Hilfe als im weiteren Verlauf. In der Austreibungsphase ist man als Hebamme fast nonstop im Zimmer. In der Pressphase sowieso. Und in der Phase der Plazentageburt geht man auch nie aus dem Zimmer.

Ihr habt immer die Möglichkeit, zu klingeln, wenn ihr mehr Betreuung braucht.

Manchmal kann man als Hebamme nicht so lange bei einem Paar bleiben, wie man möchte. Das bedauern wir sehr. Die Kürzung im Gesundheitswesen und der Stellenabbau mag betriebswirtschaftlich sinnvoll sein. Menschlich ist es das nicht. Und in der Geburtshilfe ist es wie in der Altenpflege, der Palliativmedizin, der Krankenpflege oder der Betreuung von Kindern belastend für das Personal, zu spüren, dass man nicht genügend Zeit hat. Dieser Umstand ist im übrigen für uns als Personal viel schwieriger auszuhalten, als die gelegentlich medizinisch belastenden Situationen.

Aber das sind politische Fragen. Und die sollen hier nicht weiter behandelt werden. Es geht ja um Euch Männer!

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