Vorbereitung auf die Geburt

Ich fange diesen Beitrag mal mit dem an, was mir am wichtigsten ist, damit es garantiert gelesen wird. Und das ist, was Ihr nicht tun sollt!

Googelt keine Informationen über Komplikationen! (Ausser die auf dieser Seite!)

Ich erlebe oft Frauen, die so viele Dinge über die seltensten und furchtbarsten Komplikationen gelesen haben, dass sie ganz verwirrt und verunsichert sind. Das führt zu nichts! Verhindert nichts! Verbessert nichts!

Wenn Ihr Fragen habt, dann stellt sie lieber persönlich! Fragt Eure Gynäkologen oder Eure Hebamme! In einem Gespräch bekommt Ihr Antworten, könnt Gegenfragen stellen und Missverständnisse und Ängste werden aufgefangen. Vor dem Computer sitzt Ihr alleine und verzweifelt eher. Diese Homepage hier nehme ich natürlich aus!

WIE KANN ICH MICH AUF DIE GEBURT VORBEREITEN?

KURSE

Als leidenschaftliche Kursleiterin bin ich selbstverständlich davon überzeugt, dass Kurse helfen können, euch gut auf die Geburt vorzubereiten.

Schwangerschaftsgymnastik – und Yogakurse sind ganz toll, weil Ihr etwas für eure Fitness und eure Beweglichkeit tut. Viele Beschwerden wie zum Beispiel Rückenschmerzen können so gelindert werden. Es werden kreislaufanregende Übungen bei niedrigem Blutdruck, Positionen zur Wahrnehmung, Stärkung und Entlastung des Beckenbodens gemacht.

Ein wichtiger Teil sind in den Kursen Atemübungen, die bei der Geburt hilfreich sein können.

Viele der Bewegungen beinhalten Mobilisationen des Beckens, die während der Geburt angewandt helfen, das Tiefertreten des Babys zu fördern.

Für Frauen, die bereits ein oder mehrere Kinder geboren haben, ist ein Schwangerschaftsyoga- oder Gymnastikkurs eine gute Vorbereitung auf die nächste Geburt.

Darüber hinaus ist es gut, regelmässig mit anderen schwangeren Frauen zusammen zu sein, um ein neues Netzwerk an Kontakten aufzubauen

Geburtsvorbereitungskursesind stark informationslastig. Es werden zwar auch einige Übungen zur Atmung, Entspannung und Bewegung gemacht, jedoch ist der Fokus mehr auf der Informationsvermittlung. Ich persönlich finde die Kombination aus beiden Kursen sehr gut. Im Geburtsvorbereitungskurs bekommt Ihr alle nötigen Informationen und könnt Fragen stellen, so dass Ihr Euch sicher und informiert fühlt.

Aber gebären macht man mit dem Körper, nicht mit dem Kopf! Und deshalb ist ein Bewegungskurs eine gute Ergänzung.

Ich selber halte ausschliesslich Geburtsvorbereitungskurse für Paare, was ich sehr schätze, es gibt aber auch Kurse nur für Frauen.

Es werden in vielen Spitälern oder Praxen Wochenendkurse oder Abendkurse angeboten. Meistens werden die Wochenendkurse stärker nachgefragt, aber die Abendkurse haben grosse Vorteile:

Es ist mehr Zeit, Themen werden tiefer behandelt und die Gruppe bleibt über 6 Wochen zusammen, was häufig eine schöne Dynamik erzeugt.

HIMBEERBLÄTTERTEE

Ab der 34. SSW könnt Ihr reinen Himbeerblättertee trinken. Dem Tee wird nachgesagt, dass er das Gewebe auflockert und dadurch die Geburt erleichtert. Ich empfehle, ab der 34. SSW über den Tag verteilt einen Liter zu trinken.

Vor der 34. SSW. sollt Ihr den Tee nicht in der Menge trinken, um nicht Frühgeburtsbestrebungen zu fördern. Ab der 34 SSW ist das aber kein Probem mehr. In fertigen Schwangerschaftsteemischungen sind Himbeerblätter auch oft enthalten, aber in so niedriger Dosierung, dass es unproblematisch ist.

Bestellen könnt Ihr den Tee [hier]!

GEBURTSVORBEREITENDE AKUPUNKTUR

Das Gewebe auflockern soll auch die geburtsvorbereitende Akupunktur. Am besten fängt man 5 Wochen vor dem errechneten Termin an; wöchentlich eine Sitzung, die jeweils ca. 30 Minuten dauert. Meistens werden Punkte an den Unterschenkeln und Füssen akupunktiert, die laut TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin) einen Bezug zur Gebärmutter haben.

EINSTELLUNG UND VERTRAUEN

Viele Frauen haben Angst vor der Geburt. Angst ist ein wichtiges und gutes Gefühl, sofern es nicht überhand nimmt und lähmend wird. Befragt Euch, wovor Ihr Angst habt und was es braucht, damit Ihr Euch sicherer fühlt. Habt ihr Angst vor den Schmerzen, dann beschäftigt Euch vielleicht damit, was Euch im Allgemeinen und speziell bei der Geburt helfen kann, die Schmerzen zu reduzieren.

Versucht, positive Gefühle wie z.B. Vertrauen in Euch wachsen zu lassen:

Vertrauen in Euch, in Euer Baby, in Euren Partner, in die Natur.

Aber auch Vertrauen in die Personen, die Euch unterstützen werden, Eure Hebammen, Eure Ärzte…

Fokussiert Euch auf weitere positive Gefühle, wie Vorfreude, Liebe, Dankbarkeit, aber akzeptiert, dass auch Ängste und Ambivalenzen dazu gehören.

In meinen Geburtsvorbereitungskursen versuche ich, dass aus der Angst Respekt wird. Respekt vor der Geburt und Respekt vor den Umstellungen im Leben, die so ein kleiner Mensch auslöst.

Respekt ist besser als Angst. Respekt lähmt nicht. Respekt nimmt aber die kommenden Ereignisse ernst und führt dazu, sich Gedanken zu machen, sich der Herausforderungen bewusst zu werden, sich Strategien und Massnahmen zu überlegen. Das ist gute Geburtsvorbereitung. Und die findet mehr in Euren Köpfen statt als in einem Kurs. Aber ein Kurs kann Euch gute Impulse geben.

AUF DAS STILLEN VORBEREITEN

Bevor Ihr anfangt, zu viel über die Geburt zu lesen, bereitet Euch lieber auf das Stillen vor! Man gebärt nicht besser, je mehr man über die Geburt weiss. Aber man stillt besser, je mehr Ahnung man vom Stillen hat!

Stillen kann wunderschön, aber auch voller Tücken und Fallstricke sein. Oft meint man es gut, macht es aber falsch:

Darf ein Baby gestillt werden, wenn die Mutter Fieber hat? Darf es die Brust trinken, die akut eine Entzündung hat? Welche Tees hemmen die Milchbildung? Soll man bei wunden Brustwarzen häufiger oder seltener stillen? Und warum sind die Brustwarzen überhaupt wund?

Fragen über Fragen!! Im Kapitel →Stillen gibt es ein paar Antworten!

DAMMVORBEREITUNG: MASSAGE UND EPINO-GERÄT


5 Wochen vor dem errechneten Termin ist auch ein guter Zeitpunkt, um mit der Vorbereitung des Damms zu beginnen.
Der Damm ist das Gewebe vom Scheidenausgang bis zum Afterschliessmuskel. Dieser Teil wird bei der Geburt des Köpfchens besonders gedehnt.
Ihr könnt den Damm durch eine Dammmassage oder durch das EpiNo Gerät vorbereiten.

DAMMASSAGE

Mit der Dammmassage beginnt Ihr am besten 4-6 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Die Massage zeigt am meisten Effekt, wenn Ihr täglich ca. 5-10 Minuten massiert. 

Das Öl:

Ihr könnt Euch fertige Ölmischungen kaufen, denen spezielle ätherische Öle zugesetzt sind. Es reicht aber auch, ein Mandelöl zu nehmen. Das kann man auch wunderbar als Massageöl für das Baby brauchen.

Durchführung:

Entweder macht Ihr die Massage im Sitzen oder im Liegen. Geht mit dem Daumen in die Scheide und massiert den Damm zwischen Daumen und den Fingern ausserhalb der Scheide. Dadurch wird das Gewebe erwärmt, besser durchblutet und dadurch elastischer.

Als nächstes führt Ihr einen, später zwei und dann drei Finger in die Scheide ein und drückt den Damm nach unten aussen – so wie das Köpfchen das bei der Geburt auch machen wird.

Das erzeugt ein komisches, ungewohntes Gefühl. Es drückt wie beim Stuhldrang und brennt ein wenig durch die Dehnung. Gewöhnt Euch langsam an das Gefühl und macht vielleicht ein paar Atemübungen.

Atemübung:

Atmet ruhig durch die Nase ein und zählt in Gedanken bis 4. Dann atmet durch den Mund mit lockeren Lippen aus und macht „sch“ oder „pffff“ oder tönt „aaaa“ und versucht dabei, Euren Beckenboden bewusst zu entspannen. Dabei zählt Ihr gedanklich bis 8.

HEUBLUMENSITZBAD

Ihr könnt zur Vorbereitung auf die Massage ein Heublumendampfbad machen. Das habe ich bei meiner Schwangerschaft ganz herrlich gefunden. Ihr brüht eine Handvoll getrocknete Heublumen mit siedendem Wasser auf und stellt den Topf in das WC oder Bidet und setzt Euch darüber. Der heisse Dampf macht das Gewebe weich und elastisch.

Diese Sitzbäder empfehle ich ab 37+0 SSW. Nicht schon vorher, da die Heublumendämpfe evtl. und nur in seltenen Fällen Wehen auslösen oder verstärken können. Ab 37+0 SSW sind Eure Kinder am Termin und dürfen gerne kommen. Zur Wehenanregung nach dem Termin könnt Ihr die Heublumensitzbäder ebenfalls machen.

Kontraindikationen:

Bei Krampfadern an der Scheide und Hämorrhoiden würde ich die Dampfsitzbäder nicht empfehlen, da sich die Beschwerden verstärken können.

Wer allergisch auf Heublumen ist, kann leider auf das Sitzbad allergisch reagieren!

DAMMVORBEREITUNG MIT DEM EpiNo-GERÄT

Das →EpiNo-Gerät ist von einem deutschen Gynäkologen entwickelt worden, der in Afrika beobachtet hat, wie sich Frauen mit Kalebassen-Kürbissen den Damm in der Schwangerschaft dehnen und so Verletzungen während der Geburt vorbeugen oder zumindest reduzieren. 

DURCHFÜHRUNG

Der blaue Ballon ist „der Kürbis“. Man führt ihn bis zur Hälfte in die Scheide ein, verschliesst das Ventil und pumpt den Ballon ein bisschen auf, bis man eine Dehnung spürt. Zum Einführen braucht es ein Gleitgel! Ein Öl reicht nicht aus.

Ihr trainiert Eure Muskulatur, indem Ihr den Ballon mit eurer Beckenbodenmuskulatur sanft zusammendrückt. Vor der Geburt geht es aber vor allem darum, den Beckenboden zu dehnen.

Deshalb empfehle ich Euch die Atemübung wie bei der Dammmassage bereits beschrieben:

Einatmung durch die Nase, den Ballon leicht mit der Beckenbodenmuskulatur zusammendrücken, gedanklich bis 4 zählen.

Ausatmung durch den Mund, hörbar auf „sch“, „pffff“ , „aaaa“, oder einen anderen Laut ausatmen, die Beckenbodenmuskulatur entspannen. Den Ballon also nicht zusammendrücken, sondern den Ballon das Gewebe dehnen lassen.

Nach 10 Minuten lasst Ihr den Ballon aus eurer Scheide herausgleiten. Das simuliert die Geburt des Köpfchens.

WANN MIT DEM EpiNo TRAINING BEGINNEN?

Da das Training mit dem EpiNo Gerät den Damm stärker dehnt als die Massage, sollt ihr erst ab 3 Wochen vor dem errechneten Termin mit dem EpiNo beginnen.

Ab 37+0 SSW, am besten jeden Tag und 10- 15 Minuten. Ihr werdet feststellen, dass Ihr den Ballon jeden Tag ein bisschen mehr aufpumpen könnt, so dass der Ballon mit der Zeit annähernd so gross wird wie das Köpfchen bei der Geburt. Das erklärt, dass Damm- und Scheidenrisse bei der Geburt sehr viel seltener sind.

Ich empfehle das Heublumensitzbad vorweg wie bei der Dammmassage. 

Meine persönliche Erfahrung mit dem EpiNo:

Als Hebamme lag mir die Dammmassage ursprünglich näher als das EpiNo Gerät. 5 Wochen vor der Geburt habe ich mit der Dammmassage begonnen. Ich bin allerdings gar nicht gut damit zurecht gekommen. Mir war das sehr unangenehm und ich konnte mich nicht überwinden, dass regelmässig zu machen.

Ab 37+0 SSW habe ich dann begonnen täglich 10-15 Minuten mit dem EpiNo zu trainieren. Und das war viel eher meine Methode. Ich fand es sehr eindrücklich, wie schnell mein Damm elastischer geworden ist. Und ich habe die tägliche halbe Stunde (inklusive Heublumensitzbad) genutzt und genossen, um mich auch mental auf die Geburt vorzubereiten.

Ich habe die oben beschriebene Atmung gemacht, ich habe mir überlegt, woran ich denken will bei der Geburt, ich habe das Loslassen der Beckenbodenmuskulatur geübt…

Mein Sohn ist dann einen Tag nach dem errechneten Termin auf die Welt gekommen. Obwohl man die Geburt am Ende mit einer Saugglocke beenden musste, ist mein Damm intakt geblieben. Aufgrund dieser persönlichen Erfahrung, empfehle ich das EpiNo Gerät. 


KRITISCHE STIMMEN GEGEN DAS EpiNo

Das EpiNo Gerät spaltet ein wenig die Expertenschar. Es gibt viele Hebammen, die dieses Gerät nicht empfehlen. Vor meiner Schwangerschaft war ich auch so ein bisschen ratlos und skeptisch, was ich davon halten soll. Der Preis für dieses Gerät nimmt einen auch nicht gerade positiv ein…

Wenn Ihr googelt, werdet Ihr ein paar Kritiken finden, die mich aber wirklich gar nicht überzeugen: es wird oft dem Training mit dem EpiNo entgegnet, dass bei der Geburt eine andere Hormonlage herrscht als beim Training in der Schwangerschaft. Und das der Körper von Natur aus fürs Gebären gemacht ist.

Beidem stimme ich zu. Trotzdem ist meine 12-jährige Erfahrung in der Geburtshilfe, dass der Damm häufig unvorbereitet verletzt wird. Davor schützen auch die Hormone bei der Geburt nicht zuverlässig.

Vor jeder sportlichen Herausforderung trainiert man seinen Körper, dehnt die Muskulatur und bereitet seinen Körper langsam darauf vor. Genauso verstehe ich das mit dem EpiNo. Mich überzeugt viel mehr, den Beckenboden langsam zu dehnen und ihm bei der Geburt nur noch eine kleine Steigerung zuzumuten.

Mir erscheint es logischer, die Muskulatur über 3-4 Wochen langsam zu dehnen und die Wahrscheinlichkeit von grösseren Verletzungen zu reduzieren.

Auch die Sorge, dass man den Beckenboden überdehnen kann, teile ich nicht, wenn man das Gerät wie beschrieben benutzt. Ich habe zwar auch schon von Frauen gehört, die sich damit in der Schwangerschaft einen Dammriss zugezogen haben, aber das liegt dann mehr an der Anwenderin als an der Methode.


IST DAS EpiNo EINE GARANTIE GEGEN EINEN DAMMRISS?

Nein, das auf keinen Fall! Aber es reduziert die Wahrscheinlichkeit eines Dammriss oder Dammschnitts erheblich!

Es kann aber natürlich sein, dass Euer Kind mit seinen Herztönen gestresst reagiert, so dass man die Geburt am Ende beschleunigen will und einen Dammschnitt macht oder aber, dass man die Geburt mit einem Kaiserschnitt beenden muss. Dann kann man aber das EpiNo immerhin noch zur Rückbildung benutzen!

MEINE EMPFEHLUNG ZUR WAHL DER DAMMVORBEREITUNG

In meinen Geburtsvorbereitungskursen empfehle ich den Frauen immer, 4-6 Wochen vor dem errechneten Termin mit der Dammmassage zu beginnen. Wenn das die richtige Methode ist, dann bleibt dabei. Sie ist etwas weniger effektiv als das EpiNo, aber auch gut und deutlich billiger! Falls die Dammmassage nicht Eure Methode ist und ihr Euren Damm dennoch auf die Geburt vorbereiten wollt, dann könnt ihr euch immer noch das EpiNo besorgen.

FRAGEN ZU DAMMSCHNITT/DAMMRISS

WANN UND WARUM MACHT MAN EINEN DAMMSCHNITT?

Früher hat man in der klinischen Geburtshilfe nahezu bei fast jeder Geburt einen Dammschnitt gemacht. Man wollte damit vermeiden, dass es zu einem Dammriss 3. Grades kommt. Das bedeutet, dass der Afterschliessmuskel verletzt wird. Das ist eine sehr seltene Verletzung, kann aber unter Umständen bedeuten, dass eine Frau vorübergehend stuhlinkontinent ist. Stuhlinkontinent bedeutet, dass sie Probleme hat, den Abgang von Stuhl zu kontrollieren.

Heute macht man nicht mehr so häufig einen Dammschnitt, da man weiss, dass es trotz des Schnitts manchmal zu diesem Dammriss 3. Grades kommt. Und deshalb steht es in keinem Verhältnis, bei so vielen Frauen einen Schnitt zu machen.

Ausserdem weiss man inzwischen auch, dass Risse meistens besser verheilen.

Trotzdem wird – je nach Spital etwas unterschiedlich häufig – immer noch bei ca. 20-30 % der Geburten ein Schnitt gemacht.

Der Grund ist meistens, dass das Baby mit den Herztönen reagiert und man die Geburt am Ende beschleunigen will.

Ist Euer Damm schön elastisch, dehnt er sich schneller, so ist ein Dammschnitt viel seltener nötig.

Der Schnitt wird gemacht, wenn das Köpfchen auf dem Beckenboden ist oder schon ein Stück aus der Scheide heraus schaut. Ihr Frauen seid schon aktiv am mitpressen.

Nach dem Schnitt kommt das Baby meistens in der nächsten Wehe zur Welt. Würde man den Schnitt nicht machen, würde es vielleicht noch weitere 15 Minuten dauern. Keine lange Zeit, aber wenn die Versorgung des Babys kritisch ist, sind 15 Minuten eben doch ziemlich lang.

WIE WIRD EIN SCHNITT ODER RISS GENÄHT?

Wenn die Plazenta, der Mutterkuchen, geboren ist, schaut man nach Verletzungen, die allenfalls genäht werden müssen.

Das wird direkt im Anschluss an die Geburt gemacht. Genäht wird in lokaler Betäubung, es wird wie beim Zahnarzt das Gewebe schmerzunempfindlich gemacht. Wenn ihr eine PDA habt, spürt Ihr meistens nichts von der Naht. Das Nahtmaterial ist resorbierbar. Das bedeutet, dass sich die Fäden von alleine nach einigen Tagen auflösen.

Die Naht dauert ungefähr eine halbe Stunde. Das Baby kann währenddessen auf Eurem Arm bleiben und die meisten Kinder wollen in der Zeit gestillt werden.

WIE SOLL MAN EINE NARBE IM DAMMBEREICH PFLEGEN?

In der Regel heilen Geburtsverletzungen ganz gut, weil Ihr junge, gesunde Frauen seid. Das Wundgebiet ist zwar aufgrund der Besiedlung mit Keimen aus dem Darm schwierig, aber meistens ist der Wundheilungsverlauf erstaunlich unproblematisch.

Am Anfang gilt: wenig auf der Narbe sitzen! Ihr sollt viel liegen, um das kaputte Gewebe und den Beckenboden zu schonen. Täglich Bauchlage für 15 Minuten fördert ausserdem den Abfluss des Wochenflusses aus der Gebärmutter.

Auf dem WC ist es hilfreich, den Urin mit einer Spülflasche zu verdünnen, damit es nicht so stark brennt.

Beim Stuhlgang kann man mit WC Papier Gegendruck auf den Damm erzeugen. Die Sorge, dass die Naht auf dem WC wieder aufgeht, ist unbegründet! Ihr könnt weiter Magnesium nehmen, dann ist der Stuhl weicher.

Im Stehen hilft es in den ersten Tagen mit gekreuzten Beinen zu stehen, um so den Beckenboden zu entlasten.

Eine Hebamme sollte in den ersten 10 Tagen den Heilungsverlauf gelegentlich beurteilen. Unter Umständen kann ein kurzes Sitzbad oder eine Spülung mit Kamille, Lavendel oder Calendula heilungsfördernd sein. Auch Eichenrinde hilft aufgrund seiner zusammenziehenden Wirkung.

Wichtig ist, die Binden regelmässig zu wechseln und am besten spezielle Wochenbettwindeln zu benutzen, die kein Plastik enthalten, um Keimen keinen guten Nährboden zu bieten.