Veränderungen in der Schwangerschaft

736e625565Damit am Ende der Schwangerschaft ein kräftiges, kleines Baby geboren werden kann, passieren in eurem Körper viele kleine und grosse Veränderungen, die dieses Wunder ermöglichen.

Grob kann man sagen, dass euer Körper in der Schwangerschaft 3 Ziele hat:

1. Das Baby soll gut geschützt und optimal versorgt heranwachsen

2. Euer Körper bereitet sich auf die Geburt vor.

3. Eure Brüste werden für das Stillen vorbereitet, um das Baby nach der Geburt zu ernähren.

Ich finde es immer wieder staunenswert, sich ein paar Zahlen, Fakten und Zusammenhänge klar zu machen. Und sich zu freuen, dass so vieles so reibungslos klappt.


DIE GEBÄRMUTTER

uterus

Die Gebärmutter ist das Zuhause Eures Babys, in dem es heranwächst. Die Gebärmutter oder auch Uterus, ist unschwanger ein kleines, ca. 60 Gramm leichtes Organ.

Durch Zellwachstum und Zellvermehrung wiegt die Gebärmutter – ohne Kind – bei der Geburt ungefähr 1 Kilo!

Kein Wunder, dass Ihr Frauen nicht nur Euer Baby strampeln spürt, sondern auch die Gebärmutter. Es zieht und zwickt und dehnt und sticht in der Leiste bei vielen Frauen. Das ist die Gebärmutter oder vielmehr sind es die Bänder, die die Gebärmutter im Becken fixieren. Diese Bänder werden bei dem raschen Wachstum ständig gedehnt und erzeugen so diesen typischen Bänderdehnungsschmerz. Das kann unangenehm sein, ist aber eigentlich ein gutes Zeichen, dass alles wächst und gedeiht.

 



DURCHBLUTUNG DER GEBÄRMUTTER

Die Gebärmutter wird in der Schwangerschaft immer besser durchblutet, um das Baby über die Plazenta zu versorgen. In der 10 SSW fliessen 100 ml/Minute durch die Gebärmutter. Gegen Ende der Schwangerschaft beträgt der Wert 750 ml/Min. Das macht 45 Liter in einer Stunde. Und 1080 Liter, die pro Tag durch Eure Gebärmutter zur Plazenta pepumt werden! Eine gewaltige Zahl.

Die Blutgefässe an der Gebärmutter werden durch das Hormon Progesteron weitgestellt, um diese Durchblutung zu ermöglichen. Diese Weitstellung der Blutgefässe ist hier wichtig und gewünscht, findet aber leider auch anderen Orten im Körper statt, da nicht differenziert werden kann, wo die Gefässe weit gestellt werden sollen und wo nicht. Das kann leider eine ganze Reihe „unerwünschter Nebenwirkungen“ verursachen wie Ödeme, Krampfadern etc, was ich im Kapitel →Schwangerschaftsbeschwerden beschrieben habe.

 

ZUNAHME DER BLUTMENGE

Statt ca. 4 Liter Blut habt Ihr in der Schwangerschaft 30-40 % mehr, also ca. 5-6 Liter Blut.

Das braucht Euer Körper, um die erhöhte Durchblutung der Organe wie Gebärmutter und Niere zu gewährleisten, aber auch zum Ausgleich des Blutdruckes bei den weitgestellten Venen in der Schwangerschaft und als Vorbereitung für den Blutverlust bei der Geburt. Normalerweise beträgt der Blutverlust bei der Geburt nicht mehr als einen halben Liter.


ZUNAHME DER HERZLEISTUNG

Um die Gebärmutter aber auch die Brüste zur Vorbereitung auf das Stillen gut durchbluten zu können und um das zusätzliche Blutvolumen zu verteilen, erhöht das Herz seine Leistungsfähigkeit. Die Herzfrequenz wird schneller und erhöht sich ca. um 15 Schläge pro Minute auf 85-95 Schläge pro Minute.

Gleichzeitig wirft das Herz pro Herzschlag mehr Blut aus. Dadurch erhöht sich die Leistungsfähigkeit des Herzens um 50 %.

Das Herz vergrössert sich durch die vermehrte Arbeit etwas. Die wachsende Gebärmutter schiebt das Herz nach oben und aussen.

Die Veränderungen des Herzens erklären, dass viele Frauen ihren Herzschlag in der Schwangerschaft gelegentlich sehr viel deutlicher spüren als ausserhalb der Schwangerschaft. Das Wahrnehmen des eigenen Herzschlages wird von vielen Menschen als sehr unangenehm empfunden.


BLUTDRUCK

Mehr Blut und grössere Herzleistung müsste den Blutdruck eigentlich bei allen Frauen erhöhen. Durch die Weitstellung der Blutgefässe versackt aber ein grosser Teil des Blutes im venösen System und deshalb ist der Blutdruck bei den meisten Frauen nicht erhöht, sondern tendenziell eher tiefer. Speziell in der 16-20 SSW klagen viele Frauen über einen tiefen Blutdruck mit Müdigkeit, Schwindel und Schwächegefühl.

Tips bei tiefem Blutdruck und anderen Beschwerden gibt es →hier.


BLUTVERÄNDERUNGEN

Die Menge des Blutes nimmt wie gesagt um ca. 30% zu.

Die roten Blutkörperchen, die den Sauerstoff binden und transportieren, nehmen um ca. 20-25 % zu. Der flüssige Anteil des Blutes, das sogenannte Blutplasma nimmt im Verhältnis noch mehr zu. Das Blut wird dadurch „wässriger“. Das ist wichtig, damit das Blut leichter vom Herzen transportiert werden kann und erleichtert auch den Stoffaustausch an der Plazenta, wo sich Nährstoffe und Gase zwischen kindlichem und mütterlichem Blut austauschen .

Durch diese gewünschte Blutverdünnung sinkt der Eisenwert und es entsteht bei allen Frauen eine ganz normale Schwangerschafts-Anämie. Der Wert sollte aber nicht tiefer als 11 mg/dl sinken. Dann spricht man von einer wirklichen Anämie, einem Eisenmangel. Infos und Tips dazu gibt es [hier].

Verdünntes, „wässriges“ Blut bedeutet eigentlich, dass es schwieriger ist, eine Blutung zu stoppen. Das wäre für die Geburt allerdings eine Gefahr. Und deshalb steigen die Gerinnungsfaktoren in eurem Blut, so dass der Blutverlust bei der Geburt trotzdem meistens nicht höher als ein halber Liter ist.

Ich finde es immer wieder so faszinierend, wie die Natur ganz gegensätzliche Aufgaben löst!


NIEREN UND HARNWEGE

Es kommt Euch nicht nur so vor als würdet ihr viel mehr Urin produzieren, es ist tatsächlich so! Die Nieren, die den Urin bilden, werden in der Schwangerschaft bis zu 80 % mehr durchblutet. Und zusätzlich drückt Euer Baby von oben auf die Blase, so dass der Harndrang früher als sonst eintritt. Ab der 30. SSW wird die Urinproduktion aber wieder etwas reduziert. Wenn Euer Baby allerdings durch Senkwehen in den letzten Wochen vor der Geburt tiefer in den Beckeneingangsraum geschoben wird, drückt es doch wieder mehr auf die Blase und ihr müsst wieder häufiger rennen.

Warum Ihr in der Schwangerschaft anfälliger für Blaseninfektionen seid, wieso eine Behandlung so wichtig ist und wie ihr einer Infektion vorbeugen könnt, lest ihr [hier].



LUNGE

Ihr habt in der Schwangerschaft einen erhöhten Bedarf an Sauerstoff, um euch und Euer Baby gut zu versorgen. Gleichzeitig nimmt der dicker werdende Bauch aber der Lunge mehr und mehr Platz weg. Dadurch verändert sich eure Atmung, was hormonell gesteuert ist. Pro Atemzug atmet ihr mehr Luft ein und eure Lungen können mehr Sauerstoff aus der Atmung gewinnen. Die Blutgase wie Kohlendioxid und Sauerstoff sind etwas anders als ausserhalb der Schwangerschaft.

Das kann erklären, warum Ihr häufiger einen leichten Schwindel spürt. Wenn Ihr zusätzlich noch einen tiefen Blutdruck habt, kann das den Schwindel noch verstärken.

STOFFWECHSEL

Um Euer Baby gut mit Nährstoffen zu versorgen, ist Euer Stoffwechsel optimiert. Eiweiss, Fett, aber vor allem Glucose, Blutzucker aus Kohlenhydraten, werden gut aufgenommen und dem Baby durch euer Blut zur Plazenta gebracht, wo der Stoffaustausch stattfindet.

Ihr Frauen geratet häufiger als ausserhalb der Schwangerschaft in einen Zustand, wo Euer Blutzucker sehr tief ist. Das kann dann Heisshungerattacken auf absurde Dinge oder auch vermehrte Übelkeit auslösen. Häufige kleine Mahlzeiten helfen Euch, den Blutzucker konstant zu halten.

[Hier] gibt es Tipps und Empfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft.



GEWICHTSZUNAHME IN DER SCHWANGERSCHAFT

Ein heisses Thema in der Schwangerschaft ist die Gewichtszunahme.

So setzt sich die Gewichtszunahme zusammen:

 

Brust: 0,5-1 Kilo

Plazenta (Mutterkuchen): 0,5-1 Kilo

Kind: 3-4 Kilo

Fruchtwasser: 1.-1,5 Kilo

Gebärmutter, Uterus: 1-1,5 Kilo

Blutvolumen: 1,5-2 Kilo

Wassereinlagerungen: 1,5-3 oder mehr Kilo

 

Das macht 9-14 Kilo Gewichtszunahme.

Die meisten Frauen legen noch ein kleines Notpolster für sich und das Baby an. Die Zunahme an Körperfett wird mit 3-6 Kilo angegeben.

Eine Gewichtszunahme von 9-20 Kilo ist also normal.

Frauen, die vor der Schwangerschaft sehr dünn waren, also einen Body Mass Index (BMI) unter 19 hatten, wird eine Gewichtszunahme bis 20 Kilo als „normal“ angesehen.

Frauen, die einen BMI von 19-24 hatten, sollten ungefähr eine Gewichtszunahme von 11,5-16 Kilo haben.

Frauen mit einem BMI von mehr als 25 müssen nicht noch mehr „Notpolster“ aufbauen und deshalb reicht eine Gewichtszunahme von 7 bis 11 Kilo.

Das alles sind Normwerte! Und Normwerte dienen nur der Orientierung. Abweichungen im Einzelfall können völlig normal sein ohne dass es anzeigt, das mit euch oder eurem Kind etwas nicht stimmt.

Gelegentlich erlebe ich aber Frauen in der Gebärabteilung, die 25, 30 oder mehr Kilo zunehmen. Und das ist meistens ein Zeichen von Fehlernährung. Da das oft nicht nur die Psyche der Frauen belastet, sondern auch noch einige Komplikationen erhöht, empfehle ich euch die Ernährungstips zu lesen und zu beherzigen.

Umgekehrt gibt es manchmal sehr schlanke Frauen, die trotz normaler Ernährung nur wenige Kilo in der Schwangerschaft zunehmen. Solange das Baby gut wächst ist und es der Frau gut geht, ist auch das kein Problem.

Die Gewichtszunahme ist auch nicht kontinuierlich. Einige Frauen nehmen am Anfang der Schwangerschaft erstmal durch Übelkeit und Erbrechen ab. Andere nehmen am Anfang stark zu, dafür später nicht mehr viel.



HAUT UND SCHWANGERSCHAFTSSTREIFEN

Viele Frauen befürchten, dass sie gegen Ende der Schwangerschaft Schwangerschaftsstreifen, auch Striae genannt, bekommen. Es werden viele spezielle Öle zur Massage angeboten. Deren Nutzen ist aber nicht erwiesen. Schaden tut es aber sicherlich nicht. Vielen Frauen juckt und spannt die Haut durch das schnelle Wachstum der Gebärmutter. Da kann eine gute Hautpflege auf jeden Fall helfen.

Während meiner Ausbildung zur Hebamme haben wir unseren Professor befragt, was er denkt, was Schwangerschaftsstreifen verhindert. Seine Antwort war sehr eindeutig: „Die Frauen sollen nicht so viel zunehmen.“

Je grösser die Gewichtszunahme, desto stärker ist die Belastung des Gewebes. Erstaunlicherweise sind junge Frauen häufiger von Schwangerschaftsstreifen betroffen, als Frauen über 30. Wie man das erklärt, weiss ich nicht, ist aber meine Beobachtung aus dem Alltag.

In der Schwangerschaft sind die Streifen als rot-bläuliche Risse im Unterhautfettgewebe zu sehen. Nach der Schwangerschaft verblassen sie, bleiben aber als helle, narbige Strukturen sichtbar.

Die Schwangerschaftshormone regen die Produktion von Melanin an. Das sorgt für eine stärkere Pigmentierung in der Haut. Dunkelhaarige Frauen produzieren besonders viel Melanin. Bei ihnen bildet sich eine braune Linie, die Linea fusca, auf dem Bauch. Die Brustwarzen, aber auch z.B. alte Narben werden dunkler durch die Pigmentierung.

Im Gesicht entsteht bei einigen Frauen ein Chloasma, das sind braune Flecken, in denen besonders viel Melanin angelagert wird.

Nach der Schwangerschaft verblasst die braune Linie auf dem Bauch wieder komplett. Die braunen Flecken im Gesicht werden blasser, bleiben aber häufig weiterhin sichtbar.



BRÜSTE

Brüste

Die Veränderung an der Brust beginnt mit Eintritt der Schwangerschaft. Der kleine Embryo ist kaum wenige Millimeter gross, da sorgt der Körper schon für seine spätere Ernährung.

Viele Frauen bemerken an ihren veränderten Brüsten, dass sie schwanger sind. Die Brust ist empfindlicher, das Drüsengewebe schwillt an und die Durchblutung wird gesteigert. Die Venen sind weitgestellt und zeichnen sich bläulich unter der Haut deutlich ab.

Einige Frauen freuen sich über ihre grösseren Brüste, andere eher nicht. Die ganze Pracht ist sowieso nur vorübergehend. Spätestens nach der Stillzeit, wennn sich das Drüsengewebe wieder verkleinert und sich die Durchblutung normalisiert hat, sind die Brüste ungefähr so gross wie vorher. Das Fettgewebe, was die eigentliche Grösse der Brust ausmacht, bleibt von der Schwangerschaft und der Stillzeit weitgehend unbeeinflusst.

Ab der 20. SSW wird Kolostrum, die Vormilch, gebildet. Es kann sein, dass einige Tropfen Milch aus der Brust austreten.

Der Startschuss für die Milchproduktion wird aber erst nach der Geburt gegeben. Die Schwangerschaftshormone unterdrücken die Milchproduktion. Erst wenn das Baby und die Plazenta geboren sind, werden grössere Mengen Milch produziert.

Aber für jedes Kind gibt es in der Brust nach der Geburt einen „Willkommenscocktail“ : ungefähr ein Löffelchen Kolostrum. Mehr braucht ein Neugeborenes noch nicht, da der Magen am Tag der Geburt ungefähr so klein ist wie eine kleine Glasmurmel.



PSYCHE

Häufig werden psychische Befindlichkeiten in der Schwangerschaft oder im Wochenbett auf die veränderten Hormone geschoben und damit nicht wirklich ernst genommen.

Die Schwangerschaft, die Veränderung des Körpers, der Wechsel in die Mutterrolle, die veränderte Paarbeziehung und ein gänzlich anderer Lebensrhythmus sind so viele Veränderungen, die neben Vorfreude, Liebe und Zustimmung auch Ängste, Sorgen, Zweifel und Ablehnung auslösen.

Und das natürlich nicht nur bei den Frauen, sondern in vielerlei Hinsicht auch bei den Männern und werdenden Vätern, deren Schicksal es leider ist, dass sie mit ihren Bedürfnissen oft ungenügend wahrgenommen werden.

Das erste Trimenon, bis zur 20 SSW, gilt als Phase der Ambivalenz, geprägt von widersprüchlichen Gefühlen. Selbst Frauen, die sich lange gewünscht haben, schwanger zu werden, haben zum Teil ablehnende Gefühle.

Müdigkeit, Erbrechen und Übelkeit können die Freude über die Schwangerschaft zusätzlich trüben.

Bei anderen Frauen überwiegt dagegen die Sorge, die Schwangerschaft zu verlieren, denn die Rate an Spontanaborten ist bis zur 12. SSW sehr hoch. Ab der 13. SSW kann man sich der Schwangerschaft relativ sicher sein und seine postiven Gefühle voll zulassen.

Das zweite Trimenon gilt am häufigsten als die Wohlfühlphase. Die Entscheidung ist für das Kind getroffen, bei den meisten überwiegen die positiven Gefühle und körperlich sind Übelkeit und Müdigkeit vorbei oder deutlich besser, die körperlichen Beschwerden vom Ende der Schwangerschaft sind noch nicht da.

Das dritte Trimenon wird für viele Frauen beschwerlich. Der grosse Bauch stört beim Schlafen, Krampfadern, Sodbrennen und andere Beschwerden lassen viele Frauen das Ende der Schwangerschaft herbeisehnen. Andere Frauen dagegen lieben und geniessen den Zustand des schwanger sein sehr.

Im dritten Trimenon rückt die Geburt immer näher, das Kinderzimmer wird eingerichtet, Babykleider besorgt und häufig ein Geburtsvorbereitungskurs besucht. Bei einigen werdenden Müttern und Vätern wird die Last der kommenden Verantwortung in Träumen spürbar: es wird geträumt, dass Kinder irgendwo vergessen oder verloren gehen, versehentlich im Abfluss verschwinden und vieles merkwürdiges mehr. Ängste und Unsicherheiten vor der Geburt, Schmerzen etc. werden grösser oder werden verdrängt.

Bei den meisten überwiegen aber die Vorfreude, Spannung, Neugier und Glück.

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Elternrolle ruft häufig auch alte Kindheitserinnerungen wach und den Vergleich mit den eigenen Eltern. Das kann sowohl positiv verbindend und versöhnlich als auch belastend erlebt werden. Alte Konflikte können gelöst werden oder alte Wunden wieder aufreissen.

In unseren Routineuntersuchungen wird darauf leider viel zu wenig Wert gelegt.

Solltet Ihr in eine psychisch belastende Situation kommen, gibt es Frauenärztinnen/Ärzte, die einen Fokus auf z.B. Psychosomatik haben und besser auf spezielle psychsische Bedürfnisse eingehen können.

Schwangerschaftskontrollen bei einer Hebamme, die evtl. auch als →Beleghebamme mit zur Geburt kommt oder/ und eine →Doula können ebenfalls hilfreich sein, um sich in dieser Phase besser begleitet, unterstützt und geborgen zu fühlen.



VAGINA

Vagina und das umliegende Gewebe werden durch die Schwangerschaftshormone elastischer und werden dem Baby so bei der Geburt besser Platz geben.

Die Epithelzellen der Vaginalwände produzieren in der Schwangerschaft mehr Sekret, ein verstärkter Ausfluss ist normal.

Die Zellen in der Zervix, dem Gebärmutterhals, produzieren den Schleimpfropf, der verhindert, dass Keime aus der Scheide zum Kind aufsteigen können.

Am Ende der Schwangerschaft, wenn der Gebärmutterhals sich auflockert, löst sich der Schleimpfropf. Das ist ein Zeichen, dass die Geburt innerhalb der nächsten Stunden oder Tage beginnen wird.



KNOCHEN UND ZÄHNE

Die Hormone Östrogen und Relaxin lockern auf, was aufzulockern geht, um dem Baby für die Geburt Platz zu schaffen. Einige Frauen bemerken sogar, dass ihre Füsse sich durch die Auflockerung der knorpeligen Anteile dauerhaft vergrössert haben.

Aber hauptsächlich sollen die Hormone natürlich nicht an den Füssen wirken, sondern das Becken etwas weiten. Und das geht zum einen vorne am Schambein, wo es eine knorpelige Verbindung zwischen den Schambeinästen gibt und hinten am sogenannten Ileosakralgelenk, an dem viele Bänder ansetzen, die aufgelockert werden können und so die Beckendurchmesser vergrössern.

Die Auflockerung aller Bänder und Gelenke und die statischen Veränderungen bewirken bei vielen Frauen Verspannungen nicht nur im Becken, sondern auch im Bereich der Schultern und des Rückens.

„Ein Kind- ein Zahn“ heisst es im Volksmund und spielt darauf an, dass Zahnhygiene in der Schwangerschaft besonders wichtig ist. Zahnfleisch und Schleimhäute sind ebenfalls hormonell aufgelockert und da der ph-Wert im Speichel herabgesetzt ist, werden Kariesbakterien weniger gut bekämpft. Zudem sind Zahnbehandlungen in der Schwangerschaft eingeschränkter.



BAUCHMUSKELN

Die Bauchmuskeln werden durch den runden Bauch dedehnt und verlieren hormonell bedingt an Spannung. Die geraden Bauchmuskeln, des –bei den meisten Menschen unsichtbaren – Sixpacks, weichen zunehmend auseinander. Eine sogenannte Rektusdiastase entsteht. In der Schwangerschaft, aber auch in den ersten Wochen nach der Geburt soll man Bauchmuskelübungen vermeiden.

Deshalb ist es ratsam, lieber einen Kurs Schwangerschaftsyoga statt einen normalen Yogakurs zu besuchen, auch wenn ihr Euch noch sehr fit fühlt.