Schwangerschaftsbeschwerden

 

Die Wurzel allen Übels ist…

EIN KLEINES WUNDER

In der Schwangerschaft schaltet der Körper alle Hebel auf Wachstum und Erhalt .

Er muss das Wunder vollbringen, das Baby genügend lange in der Gebärmutter heranwachsen zu lassen, bis es gross und reif genug für ein Leben ausserhalb ist.

Nach ca. 37-42 Schwangerschaftswochen ist diese Aufgabe erfüllt und dann muss der Körper dafür sorgen, dass er das inzwischen stattliche Baby mit einem Gewicht von ca. 3-4 Kilo durch den engen Geburtskanal nach draussen befördert.

Zwei ganz gegensätzliche Aufgaben, die die Gebärmutter da bewältigen muss.

Das Baby wächst in einem Hochleistungsmuskel heran! Und es gilt in der Schwangerschaft, diesen Muskel, die Gebärmutter oder Uterus, lange genug ruhig zu stellen, damit es zu keiner Frühgeburt kommt.

Gleichzeitig müssen die Wachstumsbedingungen optimal sein, damit das Kind gut versorgt wird.

Der Körper hat – wieder einmal – eine schlaue, erstaunliche Kompromisslösung „evolutioniert“, die diese Aufgaben erfüllt.

Das Hormon Progesteron zum Beispiel sorgt in der Schwangerschaft dafür, dass die Muskelfasern der Gebärmutter hormonell ruhig gestellt werden. Die Gebärmuttermuskulatur ist relativ weich und träge.

So werden vorzeitige Wehen, die zu einer Frühgeburt führen könnten, erfolgreich verhindert.

Andere Hormone, wie zum Beispiel Östrogen, sorgen für optimale Wachstumsbedingungen. Blutgefässe werden weit gestellt. Das ist wichtig, damit viel Blut schön langsam zur Plazenta fliesst und es an der Membran der Plazenta, dem Mutterkuchen, zu einem Austausch von Nährstoffen, Sauerstoff etc. kommt.

Hormonelle Ruhigstellung und Weitstellung der Blutgefässe sind das Erfolgsrezept des Körpers in der Schwangerschaft.

Diesem Mechanismus verdanken wir den so oft reibungslosen Ablauf der Schwangerschaft…

…..aber leider, leider ist genau dieser Mechanismus auch für ganz viele unangenehme Begleiterscheinugen und Beschwerden verantwortlich! Der Körper kann nicht unterscheiden, wo Gefässe weit gestellt und wo etwas ruhig gestellt werden soll. Die Hormone wirken deshalb auch dort, wo wir es eigentlich nicht wollen. Das ist wie auch sonst im Leben, das Dumme an einem Kompromiss!

Vielleicht hilft es Euch Frauen aber, wenn Ihr Euch zunächst einmal über diesen Mechanismus freut und dankbar seid, ehe Ihr über die unangenehmen Seiten flucht!



ÜBELKEIT & ERBRECHEN

Viele Frauen haben in den ersten 12-16 Wochen vor allem morgendliche Übelkeit und gelegentliches Erbrechen. Die Ursache ist wahrscheinlich das Schwangerschaftshormon Beta-HCG, welches für den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich ist. Also: eigentlich ist auch hier der Auslöser eigentlich ein Freund – wenn Euch das hilft…!

Das hilft gegen Übelkeit:

• Unterzucker vermeiden!

• Am besten schon vor dem Aufstehen ein Zwieback oder einen Keks essen

• Auch tagsüber lieber häufig kleine Mahlzeiten essen, als zwischen den grossen Mahlzeiten plötzlich in den Unterzucker zu rutschen, der die Übelkeit verstärken kann

• Für frische Luft sorgen

• Ein nass-kalter Waschlappen sorgt für Erfrischung

• Bestimmte Aromaöle wie Minze, Zitrone wirken erfrischend

• Stress vermeiden, ruhige, langsame Bewegungen

• Kräutertee aus Minze, Kamille, Hopfen, Melisse, Ingwer

• Reiner Ingwertee – Vorsicht: Ingwer kann bei Wehenbereitschaft, Wehen verstärken. In der Frühschwangerschaft ist das aber eigentlich kein Problem, da der Körper nicht wehenbereit ist. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft solltet ihr keinen Ingwer zu euch nehmen, wenn ihr z.B. vorzeitige Wehen habt.

Wenn man mehr als 5 x pro Tag erbrechen muss, spricht man von der Schwangerschaftserkrankung Hyperemesis. Dann müsst ihr mit eurer Ärztin/Arzt über eine stationäre Aufnahme im Spital reden, da dann häufig Infusionen nötig sind, um die Mutter ausreichend zu versorgen.

KRAMPFADERN

Entstehung:

Krampfadern oder auch Varizen genannt, kann man sehr gut mit dem oben beschriebenen Mechanismus erklären:

Die Venen sind durch die Hormone weit gestellt. Dadurch schliessen die Venenklappen nicht mehr richtig, die normalerweise im unschwangeren Zustand verhindern, dass das Blut zurück Richtung Füsse sackt. Im Bauch über den Beinen sitzt das Baby und erschwert den Rückfluss des Blutes zum Herzen zusätzlich.

Der Druck im venösen System ist dadurch höher als sonst, die Muskelspannung der Venenwände ist ganz schlaff. Deshalb kommt es zu Aussackungen der Venenwände. Das sind Varizen, Krampfadern.

Mit jeder weiteren Schwangerschaft kommen meistens mehr Krampfadern hinzu. Nach der Schwangerschaft bilden sie sich wieder ein gutes Stück zurück, wenn der venöse Druck abnimmt und der Tonus, also die Spannung der Gefässwände, wieder zunimmt. Der ursprüngliche Zustand wird meistens nicht wieder ganz erreicht.

Hilfe bei Krampfadern

Bei Krampfadern hilft alles, was die Venenwände unterstützt und was den Rückfluss des Blutes zurück zum Herzen fördert.

Das sind:

• Stützstrümpfe geben den Venenwänden Halt und beugen weiteren Aussackungen vor

• Stützstrümpfe geben Gegendruck und fördern so den Rückfluss zum Herzen

• Beine häufig hochlegen

• Waden kalt abduschen

• Venengymnastik: kreisende, kippende Bewegungen mit den Füssen regen die Wadenmuskulatur an, das Blut Richtung Herzen zu transportieren

• Genügend trinken (meint ca. 2 Liter Wasser bzw. Tee), um das Blut dünnflüssig und damit besser „transportabel“ zu halten

• Schwimmen ist der ideale Sport: der Wasserdruck stützt die Venenwände, die horizontale Lage begünstigt den Rücktransport des Blutes zum Herzen

HÄMORRHOIDEN

Die Bezeichnung Hämorrhoiden ist eigentlich falsch. Meistens handelt es sich in der Schwangerschaft um „Perianalthrombosen“. Echte Hämorrhoiden sind in der Schwangerschaft nicht vermehrt. Perianalthrombosen dagegen schon.

Entstehung

Die Entstehung von „Hämorrhoiden“ bzw. Perianalthrombosen ist ähnlich wie bei Krampfadern: durch den Druck des Kindes auf das Gefässsystem, die Tonusverminderung der Gefässwände, sacken die Venenwände um den Anus herum aus. Es kann zu schmerzhaften Blutgerinnseln kommen.

Typisch für Perianalthrombosen ist der Schmerz bedingt durch die Blutgerinnsel.

Typisch für Hämorrhoiden ist ein sehr unangenehmer Juckreiz bedingt durch Hautirritationen durch starke Schleimbildung.

Hilfe bei Hämorrrhoiden und Perianalthrombosen

• Bei Schmerzen gibt es Zäpfchen mit Schmerzmitteln

• Bei Juckreiz gibt es fetthaltige Salben, die einen adstringierenden= zusammenziehenden Effekt haben

• Wichtig ist eine gute Analhygiene mit klarem Wasser nach dem Stuhlgang

• Möglichst wenig Pressen auf dem WC

• Weicher Stuhlgang durch ballaststoffreiche Ernährung (z.B. Weizenkleie, Vollkornprodukte in Kombination mit mindestens 2 Litern Wasser oder Tee)

• Bei hartem Stuhlgang hilft mehr Magnesium einzunehmen

Operiert werden Hämorrhoiden und Analthrombosen in der Schwangerschaft nur sehr ungern. Die beste Therapie ist die Geburt des Babys. In den Wochen danach bilden sich die Beschwerden meist von alleine komplett oder zumindest deutlich zurück. Und das Gefässgeflecht um den Anus dient der Sicherung der Kontinenz, also der Stuhlregulierung. Da ist man mit Operationen in der Schwangerschaft sehr zurückhaltend.

Zum Trost: schon berühmte Menschen haben wegweisend unter ihren Hämorrhoiden zu Leiden gehabt:

Angeblich hat – laut Wikipedia – Napoleon Bonaparte die Schlacht bei Waterloo unter anderem deshalb verloren, weil er unter thromboisierten Hämorrhoiden gelitten hat und sich kaum auf seinem Pferd halten konnte.

ÖDEME

Ödeme sind Wassereinlagerungen im Gewebe.

Entstehung

Und wieder kann man den oben beschriebenen Mechanismus zur Erklärung heranziehen:

Die Venen sind hormonell weitgestellt, die Venenklappen schliessen nicht richtig, das Baby erhöht zusätzlich den Druck im Gefässsystem, das Blut kann nicht mehr gleich gut zum Herzen zurück transportiert werden und so wird Wasser aus dem Blut durch die Gefässwände ins Gewebe gedrückt. Ödeme entstehen.

Hilfe bei Ödemen

• Mehrmals täglich die Beine für 20 Minuten hochlegen

• Langes Stehen und Sitzen vermeiden

• Venengymnastik, um die Waden-Muskelpumpe anzuregen, das Blut zurückzupumpen

• Stützstrümpfe tragen

• Akupunktur zur Ausschwemmung der Ödeme

• Als Sport ist Schwimmen ideal, der Wasserdruck wirkt wie eine Lymphdrainage, die horizontale Lage verbessert den Rückfluss des Blutes zum Herzen

• Lauwarme Fussbäder mit 2-3 Handvoll Meersalz

• Eiweissreiche Ernährung wie Milchprodukte, Fisch, Fleisch

Nach der Geburt können die Ödeme noch kurzfristig durch das Milchbildungshormon Prolaktin zunehmen. Dann werden die Ödeme aber rasch innert sehr kurzer Zeit ausgeschwemmt.

Ödeme sind eine ganz typische Begleiterscheinung in der Schwangerschaft. Fast alle Frauen lagern gegen Ende der Schwangerschaft vor allem in den Beinen Wasser ein.

KARPALTUNNELSYNDROM

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine besondere Form der Ödembildung, die einhergeht mit Schmerzen und Taubheitsgefühlen und Missempfindungen in der Hand. Frauen können nicht mehr kräftig zupacken und lassen Dinge häufiger fallen.

Entstehung

Durch die Schwangerschaftshormone entsteht ein Ödem in der Hand, im sogenannten Karpaltunnel. Das ist die tunnelartige Verbindung zwischen Unterarm und Hand, durch die die Nerven und Sehnen laufen.

Hilfen beim Karpaltunnelsyndrom

Auch hier ist die beste Therapie die Geburt. Mit der Veränderung der Hormone nach der Geburt erübrigen sich auch die Beschwerden durch das Karpaltunnelsyndrom.

• In der Schwangerschaft kann eine Schiene während der Nacht hilfreich sein. Wird vom Arzt verschrieben

• Kälteanwendung oder auch Wärmeanwendung können ebenfalls helfen

• Im äussersten Fall muss der Karpaltunnel chirurgisch durchtrennt werden, was ich aber in der Schwangerschaft noch nie erlebt habe

• Akupunktur habe ich schon einige Male als hilfreich erlebt!

SODBRENNEN

Entstehung

Auch Sodbrennen oder saures Aufstossen kann man mit der eigentlich ja guten Wirkung des Progesterons erklären: das Progesteron, das die Gebärmuttermuskulatur ruhig stellen will, damit es nicht zur Frühgeburt kommt, wirkt leider auch auf den Muskel am Mageneingang. Dieser Muskel ist ebenfalls durch das Progesteron ganz schlapp und schliesst nicht mehr richtig. Dadurch steigt die Magensäure in die Speiseröhre und löst den ätzenden Schmerz an der Schleimwand aus. Die von unten drückende, grösser werdende Gebärmutter verstärkt die Beschwerden.

Hilfe bei Sodbrennen

• Meiden von sehr fettigen, scharf gewürzten Speisen

• Lieber mehrere kleinere als wenige grosse Portionen essen

• Auf Alkohol und Zigaretten verzichtet ihr ja hoffentlich sowieso schon!

• Kaffee, Tee und Süssigkeiten können Sodbrennen auch verstärken

• Mit erhöhtem Oberkörper schlafen – z.B. gerollte Wolldecke unter die Matratze legen

• Ausreichend Zeit zwischen Essen und Schlafen verstreichen lassen

• Folgende Hausmittel können Linderung verschaffen: eine Handvoll Mandeln, Nüsse oder Haferflocken gut kauen und den Brei schlucken, Senf, Milch, Sahne oder roher Kartoffelsaft sollen die Magensäure binden

• Medikamente, wie sogenannte Antazida sollen die Magensäure binden und neutralisieren

Was ich im Übrigen sehr schön finde, ist, dass sich einige alte Volksweisheiten hartnäckig halten. So glauben zum Beispiel noch immer viele Paare, bei Sodbrennen hat das Baby im Bauch sicher lange Haare, die das Brennen auslösen.

Erstaunlich oft werde ich in meinen Kursen gefragt, ob das stimmt oder nicht.

Stimmt es? Nein! Aber es ist eine lustige Vorstellung!

TIEFER BLUTDRUCK

Entstehung 

Auch für den tiefen Blutdruck kann man noch einmal den jetzt schon mehrfach zitierten Mechanismus von der Weitstellung der Gefässe heranziehen. 

Dadurch dass in der Schwangerschaft alle Blutgefässe weitergestellt sind, um das Kind optimal zu versorgen, schliessen, wie schon erwähnt, die Klappen in den Beinvenen nicht mehr zuverlässig. Viel Blut versackt deshalb in den Beinen. Neben den Beschwerden wie Ödeme, Krampfadern etc. kann das auch bedeuten, dass dieses versackte Blut dem Kreislauf fehlt. Dadurch ist der Blutdruck tiefer. 

Den schwangeren Frauen ist häufig schwindlig, vor allem wenn sie schnell vom Liegen oder Sitzen aufstehen kann der Körper den nötigen Blutdruck nicht gut aufrechterhalten. Man fühlt sich kraftlos und müde.

Das hilft bei tiefem Blutdruck: 

• Ähnlich wie bei Krampfadern und Ödemen muss man auch beim tiefen Blutdruck dem Körper helfen, dass das Blut aus den Beinen wieder zurück zum Herzen kommt und damit dem Kreislauf zur Verfügung steht.

 • Am wirkungsvolltsten sind da die Stützstrümpfe! Sie sind bei Euch Schwangeren oft nicht beliebt, aber der Nutzen ist oft erstaunlich!

Das hilft auch noch: 

• Vor dem Aufstehen Venengymnastik: den Fuss einige Male kippen und kreisen lassen. Das regt die Wadenmuskulatur an, das Blut Richtung Herz zu pumpen.

• Wechselwarm duschen, mit kaltem Wasser enden

• Viel (2-3 Liter) trinken

• Ein normaler Kaffeekonsum von bis zu 3-4 Tassen Kaffee am Tag ist unbedenklich und kann dem Kreislauf helfen

• Lauwärme Bäder mit Rosmarinzusatz

• Bewegung, Sport wie Schwimmen, Laufen, Velo fahren, Gymnastik, Yoga für Schwangere

Ein tiefer Blutdruck ist unangenehm, aber wir machen uns selten Sorgen deshalb. Im Gegenteil: Ihr lebt gesünder und werdet älter mit einem tiefem Blutdruck!

SCHWINDEL IN RÜCKENLAGE BEI VENA-CAVA-KOMPRESSIONS-SYNDROM

Einige Frauen können in der Schwangerschaft nicht mehr auf dem Rücken liegen, weil ihnen schwindlig oder schwarz vor Augen wird.

Der Grund ist, dass die grosse Gebärmutter mit dem Baby auf die untere Hohlvene, die Vena cava, drückt, die das Blut aus dem unteren Teil des Körpers sammelt und zurück zum Herzen führt.

Wird die Vene abgedrückt, kann das Blut nicht zum Herzen der Frau zurückfliessen, der Blutdruck fällt dadurch ab, was die Frau als Schwindel, Herzrasen etc. spürt.

Die Therapie ist, sich auf die linke Seite zu legen. Das ist schon alles. Dadurch kann das Blut wieder frei fliessen und der Blutdruck normalisiert sich schnell wieder.

Wenn Ihr Frauen wisst, dass Ihr in der Schwangerschaft derart empfindlich auf die Rückenlage reagiert, dann meidet diese Position. Solltet Ihr bei Untersuchungen doch mal auf dem Rücken liegen müssen, hilft es oft schon, sich ganz leicht auf die linke Seite zu legen.

Andere schwangere Frauen haben nie Probleme damit und können unbedenklich auf dem Rücken liegen.

VERSTOPFUNGEN

Entstehung:

Auch beim Darm wirkt das Progesteron tonusmindernd, d.h. es verlangsamt die Peristaltik, die Bewegungen des Darms. Dadurch dauert die Verdauung länger, es wird mehr Wasser aus dem Darm resorbiert, wodurch der Stuhl hart wird. Das ist der Grund, warum viele Schwangere Verstopfungen haben. Ein anderer Grund ist natürlich der, dass der Darm vom Baby mechanisch irgendwo hin verlegt und abgedrückt wird, was ebenfalls Verstopfungen fördert.

Das hilft gegen Verstopfungen:

• Viel trinken (!), mindestens 2, besser 3 Liter Wasser oder Tee

• Ballaststoffreiche Ernährung; d.h. Vollkorn- statt Weissmehlprodukte, Müsli, ganzes Obst, statt Säfte, viel Gemüse, Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen etc.

• Süssigkeiten reduzieren, da z.B. Schokolade und Zucker Verstopfungen fördern

• 1-2 Esslöffel geschrotete Leinsamen oder Weizenkleie mit viel Flüssigkeit einnehmen (sonst verschlimmert es die Verstopfung) oder am Abend vorquellen lassen und in Joghurt rühren

• 3 Trockenpflaumen über Nacht einweichen, morgens essen und das Wasser trinken

• Bewegung, Sport: für Euch Schwangere sind empfehlenswerte Sportarten: schwimmen, Velo fahren, Spazieren gehen, Walking, Schwangerschaftsgymnastik oder Schwangerschaftsyoga

• Sauerkrautsaft trinken

• Mehr Magnesium einnehmen. Viele Schwangere nehmen Magnesium, um Wadenkrämpfen vorzubeugen oder um eine unruhige Gebärmutter ruhigzustellen. Magnesium erzeugt bei häufiger Einnahme tendenziell Durchfall. Deshalb ist es ein einfaches Mittel, um Verstopfungen zu behandeln.

RÜCKENSCHMERZEN

Schwanger sein und Rückenschmerzen haben gehört leider fast ein bisschen zusammen. Es zeigt, wie sehr Euer Körper gefordert und beansprucht wird.

Ihr nehmt nicht nur in kurzer Zeit relativ viel an Gewicht zu, was den Körper belastet, sondern das Gewicht ist auch anders verteilt. Euer Körper gerät aus seiner gewohnten Statik. Um das Kind vor sich zu tragen, fallen viele Frauen in ein Hohlkreuz.

Die Schwangerschaftshormone bereiten den Körper auf die Geburt vor und lockern Bänder und Gelenke auf, wo immer es möglich ist. Das schafft für die Geburt mehr Platz und macht diese einfacher. Nicht aber unbedingt die Schwangerschaft, denn die aufgelockerten Bänder und Knorpel im Becken machen das Becken instabiler und sorgen auch für Kreuzschmerzen.

Was hilft bei Rückenschmerzen?

• Wärme durch Wärmflaschen oder

• Massagen

• Einreibungen durch z.B. Arnikasalbe

• Entlastung durch Schwimmen, Aquagymnastik

• Entlastende Positionen wie Knie-Ellenbogen-Lage

• Spezielle Gymnastikübungen wie sie in Schwangerschaftsgymnastik- oder Yogakursen angeboten werden

Wichtig ist auf eine gute Körperhaltung zu achten!

„Gute Haltung“ heisst…

• …das Gewicht gleichmässig auf die Füsse zu verteilen

• …die Beine nicht ganz durchzustercken, sondern „beugebereit“ – die Kniescheiben sind locker und nicht angespannt

• …dass Becken neutral ist, immer mal wieder kreisende und kippende Bewegungen beugen der Hohlkreuzhaltung vor

• …die Wirbelsäule ist langgestreckt ist

• …der Kopf wie durch einen Marionettenfaden leicht gen Himmel gezogen wird

• …das Kinn nicht vorgereckt, sondern leicht zur Brust gezogen ist

• …die Schultern entspannt hängen mit der Tendenz nach hinten, so als wolltet ihr die Schulterblätter in die hinteren Hosentaschen stecken

• …Ihr Eure Brust stolz der Welt präsentiert.

Wer ist schon immer in dieser Idealhaltung? Aber es ist gut, sich immer wieder mal bewusst daran zu erinnern.

Fehlhaltungen sind nicht nur in der Schwangerschaft ein häufiger Grund für Rückenbeschwerden.

SCHAMBEINSCHMERZEN & SYMPHYSENLOCKERUNG

Durch die Schwangerschaftshormone wird der Beckenring stark aufgelockert, um dem Kind für die Geburt viel Platz zu schaffen.

Am Schambein kann dadurch der Knorpel so stark aufgelockert werden, dass das Becken an der Stelle sehr instabil wird und ein typischer Schmerz entsteht:

• Druckschmerz im Bereich des Schambeins

• Schmerzen beim Heben oder seitlichen Abspreizen eines Beines

• Schmerzen beim Treppen steigen

• Schmerzen beim Drehen im Bett

• „Entenwatschelgang“

Auch hier ist die beste Therapie die Geburt des Kindes. Aber wenn das noch einige Wochen dauert, kann die Stabilisierung des Beckens von aussen Linderung bringen.

Ihr könnt ausprobieren, ob Euch ein festes, unelastisches Tuch sehr straff um das Becken gebunden, hilft. Falls ja, lohnt es sich, vom Arzt einen speziellen Gurt verschreiben zu lassen.