Die Tage davor…

 

Was sollen wir mitnehmen zur Geburt?

 

Es empfiehlt sich, die Tasche mit den wichtigsten Sachen 3-4 Wochen vor dem Termin parat zu haben. Zumindest eine Liste mit den wichtigsten Dingen hilft, vor lauter Aufregung nichts wichtiges zu vergessen.

Die Hebammen werden Euch lieben, wenn ihr alle Dokumente dabei habt!

Schreibt Euch die Telefonnummer der Gebärabteilung auf, eventuell eine Taxinummer, fahrt den Weg zum Spital ab und notiert Euch die Adresse für das Navigationssystem.

DOKUMENTE

• Blutgruppenkarte und sofern vorhanden ein

Mutterpass oder andere Dokumente über eure Schwangerschaft.

Allergiepass

Impfbuch

 

Um das Baby anzumelden brauchen wir, falls vorhanden:

• Familienbuch oder Eheschein

• Vaterschaftsanerkennung, wenn Ihr nicht verheiratet seid

Geburtsanmeldung mit Euren Daten und dem Namen vom Kind. (wir schicken das Blatt immer an das Zivilstandsamt. Ihr habt bis zu 5 Tagen Zeit, den Namen telefonisch nachzutragen, wenn Ihr Euch nicht gleich entscheiden könnt.)

• Passkopie

• Wohnsitzbescheinigung als Kopie

Ausländerausweis als Kopie


KLEIDER FÜR DIE GEBURT

Für die Geburt ist es wichtig, dass Ihr bequeme Kleidung dabei habt.

• Trainings-, Yoga- oder sonstige Sporthosen sind gut. Am besten mindestens zwei, weil bei der Geburt viel Fruchtwasser und Schleim abgeht und eine Hose irgendwann nass ist.

Bequeme T-Shirts, am besten lange, weil Ihr die Hose irgendwann nicht mehr tragen mögt. Strandkleider haben sich schon oft bewährt, weil sie den Po bedecken und eure Intimsphäre schützen, bequem und leicht zu wechseln sind.

Achtet bei Shirts darauf, dass die Ärmel nicht zu eng sind für den Fall einer Infusion.

warme Socken

Hausschuhe/ Finken

Haargummis bei langen Haaren

Lippenpflege (viele Frauen bekommen trockene, rauhe Lippen durch die Atmung bei der Geburt)

Brille/Kontaktlinsen

Kleine Snacks, wie Salzstangen, Kekse, Müsliriegel o.ä. (Menüs und Getränke stellt das Spital)

Musik

Evtl. Aromaöle, Massageöle, wird aber auch von den Spitälern gestellt

Evtl. persönliche Dinge, die Euch unterstützen können

Ein Fächer?! [siehe →Natürliche Hilfsmittel]

Fotoapparat, Ladekabel für alle elektronischen Geräte

Adressen/Telefonnummern, Schreibsachen

Für Euch Männer sollten ebenso bequeme Sachen in der Tasche sein, falls Ihr im Anzug und Krawatte zu Eurer Frau eilt…


WOCHENBETT

Was ihr nicht mitzubringen braucht für das Wochenbett im Spital, sind

• Unterhosen

Wochenbettbinden

Handtücher

Babywindeln

Babykleider, ausser für den Austrittstag

Das alles stellt das Spital. Klärt im Vorfeld, ob das bei eurem Spital auch so ist!

Ihr braucht:

• Mehrere Nachthemden/Pyjama (die Blutung ist in den ersten Tagen noch relativ stark und ihr werdet stark schwitzen)

Bade-/Morgenmantel

Still-BHs oder Stillunterhemden,

normale oder spezielle Still-T-Shirts

Strickjacke

Schal/Halstuch als Sichtschutz beim Stillen

Bequeme Hosen (am Anfang brauchen die meisten Frauen noch ihre Schwangerschaftshosen)

Socken

Kosmetikartikel: Zahnbürste, Shampoo, Deo, Schminksachen….Ohrstöpsel

Bücher: Stillbuch (Ihr werdet wahrscheinlich merken, dass Stillen nicht immer ganz so einfach ist! Ich empfehle, schon in der Schwangerschaft viel übers Stillen zu lesen!)

Fotoapparat

Kopfhörer oderOhrstöpsel können Euch ein bisschen Rückzug ermöglichen


FALLS EURE GEBURT MEDIKAMENTÖS EINGELEITET WIRD...

Da eine Einleitung manchmal ein paar Tage dauert, bis die Wehen beginnen, nehmt folgendes mit:

• Bücher

• DVDs

• Spiele

• Zeitschriften

Für den Austrittstag

• Kleider für das Baby: Body, Strampler, Jäckchen in Grösse 56, Socken, Mütze, Decke, Stoffwindeln als Spucktücher

• MaxiCosi-Kindersitz, wenn Ihr mit dem Auto/Taxi fahrt

Man kann den Kindersitz auch bei der Taxi-Zentrale mieten, was aber unverhältnismässig teuer ist. In Zürich zur Zeit 20 Franken pro Fahrt!



WAS SOLLEN WIR ZUR GEBURT ANZIEHEN?

Die Frage ist eigentlich schon mit der obigen Liste beantwortet.

Ich empfehle, mindestens zwei bequeme Trainingshosen mitzunehmen, die Euch genügend Bewegungsfreiheit lassen. Zwei Hosen, weil während der Geburt blutiger Schleim und evtl. viel Fruchtwasser abgeht, so dass eine Hose schnell nass ist.

Lange vor der eigentlichen Geburt vertragen viele Frauen aber keinen Hosenbund mehr an ihrem Bauch.

Deshalb rate ich Euch, lange T-Shirts zu tragen, die Euren Po bedecken, wenn Ihr irgendwann auch bei den kliniktypischen Netzunterhosen gelandet seid. Die sind für die Geburt und das Wochenbett sehr praktisch, sehen aber nicht so vorteilhaft aus.

Das Oberteil sollte lang sein, die Ärmel nicht zu eng, damit Ihr es bequem wechseln könnt, v.a., wenn ihr eine Infusion habt. Viele Baumwollkleider erfüllen diese Zwecke und haben schon gute Gebärkleider abgegeben.

Zum Stillen wäre es noch praktisch, wenn es vorne zu öffnen wäre…

Vielleicht ist es Euch noch wichtig, dass ihr Euch wohl und gut fühlt in den Sachen, die ihr anhabt.

Ich habe mir ein paar T-Shirts in der Schwangerschaft besorgt, die ich dann bis zu dem grossen Tag “heilig” gehalten und erst zur Geburt getragen habe.



WAS SIND SENKWEHEN?

Senkwehen sind Kontraktionen der Gebärmutter, bei denen das Baby langsam in den Beckeneingang geschoben wird.

Typisch sind Senkwehen 3-6 Wochen vor dem errechneten Termin.

Die Kontraktionen sind unregelmässig, der Bauch wird hart, es gibt einen leichten bis mässig starken Schmerz im Unterbauch, der Leiste und im Rücken. Auch ein Druck nach unten ist normal.

Die Senkwehen kommen also nicht rhythmisch alle 5 Minuten und sind nicht schmerzhafter als Periodenschmerzen.

Viele Frauen merken, dass ihr Kind tiefer gerutscht ist. Sie können wieder mehr essen und besser atmen. Das Kind scheint nicht mehr direkt unter dem Rippenbogen zu klemmen.

Dafür müssen sie noch häufiger auf die Toilette, weil das Kind noch stärker als vorher auf die Harnblase drückt. Bei einigen Frauen sehen sogar Aussenstehende, dass der Bauch viel tiefer ist.

Es gibt aber auch Frauen, die keine Senkwehen merken. Auch das ist normal. War bei mir auch so…



WAS SIND VORWEHEN?

Je näher der Zeitpunkt der Geburt rückt, desto mehr lässt die hormonelle Ruhigstellung der Gebärmutter in der Schwangerschaft nach.

Als Frau spürt man, wie die Gebärmuttermuskulatur immer mehr Kraft bekommt. Es ist je nach Frau verschieden, wie lange die Zeitspanne dauert, bis im Körper alle Hebel auf Geburt stehen… in der Zeit treten Vorwehen auf. Vorwehen sind noch nicht regelmässig wie die Geburtswehen in der Eröffnungsphase. Aber schmerzhafter als die Senkwehen der vorangehenden Wochen.

Vorwehen sind in der Häufigkeit, der Dauer und der Stärke sehr unterschiedlich. Mal kommen sie im Abstand von 5 Minuten, dann gibt es wieder Pausen von 15, 30 oder mehr Minuten.

Irgendwann gehen die Vorwehen in Geburtswehen über. Häufig aber beruhigt sich die Gebärmutter wieder. Typisch ist, dass die Vorwehen abends und nachts stärker sind. Manchmal denken Paare mehrere Abende hintereinander, dass die Geburt beginnt, aber jedes Mal stoppt es nach einiger Zeit wieder.

 

Was bewirken die Vorwehen?

Das Gewebe des Gebärmutterhals wird weicher, richtet sich nach vorne Richtung Scheidenausgang. Das Köpfchen rutscht noch ein bisschen mehr in die Startpostion.
Der Muttermund geht durch die Vorwehen nicht auf. Auch sind die Vorwehen kein Grund für eine Kontrolle im Spital.

Ist die Phase der Vorwehen sehr ausgeprägt, spricht man von einer ausgeprägten Latenzphase.

Normalerweise sind die Vorwehen nicht stark schmerzhaft. Wenn Ihr aber eine ausgeprägt Latenzphase habt und es für euch schmerzhaft ist, meldet euch in eurem Spital!

Wir empfehlen Frauen oft, ein warmes Bad oder eine warme Dusche zu nehmen.

Vorwehen beruhigen sich im warmen Wasser meistens, während Geburtswehen sich nicht mehr aufhalten lassen.



WAS IST, WENN DER SCHLEIMPROPF ABGEHT?

Wenn Ihr auf dem Toilettenpapier plötzlich eine Handvoll glasigen Schleims habt, eventuell mit etwas frischem oder altem, bräunlichen Blut vermischt, dann ist das der Schleimpfropf.

Der Schleimpfropf ist ein zusätzlicher Verschlussmechanismus im Hals der Gebärmutter.

Er wird von den Drüsen des Gebärmutterhalses gebildet und ist in der Schwangerschaft von zäher Konsistenz. Er verhindert, dass Keime aus der Scheide in die Gebärmutter zum Kind aufsteigen können.

Wenn der Hals der Gebärmutter sich gegen Ende der Schwangerschaft auflockert und verkürzt, der Schleimpfropf durch die sich ändernde Hormonlage flüssiger wird, verliert er seinen Halt und geht ab.

Der Abgang des Schleimpfropfs ist ein Vorzeichen der baldigen Geburt. Wie “baldig” ist aber sehr verschieden.

Es kann Stunden bis Tage dauern.

Deshalb müsst ihr auch nicht zu einer Kontrolle ins Spital kommen.

Das Kind ist nicht durch eine aufsteigende Infektion gefährdet solange die Fruchtblase des Babys noch intakt ist, also kein Fruchtwasser abgeht.

Kurz gesagt: freut Euch, wenn der Schleimpfropf abgeht!

Bald geht`s los!

Kein Grund zur Sorge! Auch nicht, wegen der paar Blutstropfen im Schleimpfropf!

Keine Kontrolle notwendig.



WAS SIND TYPISCHE VORZEICHEN DER GEBURT?

Neben dem Abgang des Schleimpfropfs und den Senk- oder Vorwehen können auch…

Leichte Übelkeit und Erbrechen, bei ansonsten Wohlbefinden

Durchfall

Rückenschmerzen

Ein mensartiges Ziehen

Eine innere Unruhe, der “Nestbautrieb”

…eine baldige Geburt ankündigen.

Im Zweifelsfall ruft im Spital an, aber in der Regel müssen diese Symptome nicht kontrolliert werden. Auch das könnt Ihr voller Vorfreude begrüssen, denn es zeigt, dass Euer Körper sich für die Geburt parat macht.